Regensburg: Erneut Skelettfunde bei ehemaliger Diskothek

Auf dem Gelände der ehemaligen Diskothek Suzie Wong in Regensburg sind erneut menschliche Überreste gefunden worden. Bereits im Oktober 2016 waren bei Grabungsarbeiten Knochen und teils gut erhaltene Skelette zum Vorschein gekommen. Damals lag der Fundort unter dem ehemaligen Eingangsbereich der Disko. Jetzt steht das Gebäude nicht mehr und es wurden noch mehr Knochen entdeckt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege will diese wie die Funde aus dem vergangenen Jahr untersuchen lassen, hat aber auch eine Erklärung für die Häufung der gefundenen Gebeine:

Die Grabungen am Jesuitenplatz sind bereits im letzten Jahr angelaufen und werden nun, nach Abriss eines Flachbaus, nach Westen hin fortgesetzt. Wie schon im Jahr davor stießen die Archäologen zunächst auf Gräber, die zum Friedhof des einstigen Benediktinerinnenklosters Mittelmünster gehören dürften, das 983 von Bischof Wolfgang gegründet und im 16. Jahrhundert aufgelöst wurde. Da die anthropologische Untersuchung der Skelette erst nach Abschluss der Grabung stattfinden wird, kann man zu Geschlecht und Alter der Verstorbenen bislang noch keine genaueren Angaben machen.

Weit interessanter als dieser Bestattungsplatz sind die tieferliegenden Siedlungsschichten: Erhalten haben sich zwischen modernen Leitungsgräben und modernen Störungen die Reste von zwei Mannschaftsunterkünften des einstigen römischen Militärlagers, das 179 n.Chr. von der III. italischen Legion errichtet wurde. Die Mannschaftsunterkünfte waren ursprünglich aus Holz errichtet, weshalb oftmals nur unscheinbare Erdverfärbungen den Archäologen Aufschluss über die Baulichkeiten bieten. Später errichtete man die Unterkünfte als Fachwerkbauten auf Steinsockeln, die als Mäuerchen zum Teil in der Ausgrabungsfläche zu sehen sind.

Besonders spannend sind die relativ unspektakulär wirkenden Gruben und Schichten über diesen römischen Resten: vereinzelte Keramikfragmente deuten darauf hin, dass germanische Siedler nach Abzug der römischen Truppen dieses Areal für Wohnzwecke nutzten.

Foto: Das Bild zeigt den zurückliegenden Fund aus dem Jahr 2016

MF