Regensburg als Negativbeispiel für die Immobilienblase

Bauen, Bauen, Bauen: Im Kampf gegen hohe Mieten und immer höhere Immobilienpreise setzt die große Koalition auf neue Wohnungen. Geld vom Bund, mehr Bauland und neue Gesetze sollen nachhelfen. Regensburg ist für Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) das Beispiel schlechthin für eine Stadt, für die die Mietpreisbremse künftig greifen soll.

Hendricks sieht in Deutschland wegen eines Zuzugs in die Städte einen Neubaubedarf von 250.000 Wohnungen im Jahr. Die Wohnungsnot in Ballungsgebieten und Universitätsstädten nehme stark zu, sagte sie am Donnerstag nach der Gründung eines Bündnisses für bezahlbares Bauen und Wohnen in Berlin.

2013 seien 225 000 Wohnungen neu gebaut worden. Die geplante Mietpreisbremse werde den Bau neuer Wohnungen nicht abwürgen, da sie nicht für Neubauten gelte. «Es gibt eine erhebliche Binnenwanderung in Deutschland», sagte Hendricks, zugleich auch viel Leerstand in bestimmten Regionen. Das Bündnis habe die drängende Aufgabe, die Bautätigkeit in Ballungsräumen zu stärken.

Hendricks verwies darauf, dass zum Beispiel in Regensburg bei Wiedervermietungen derzeit Mieten erhoben würden, die um mehr als 35 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Mit der ab 2015 geplanten Mietpreisbremse soll dies auf 10 Prozent gedeckelt werden.

Im Herbst 2015 soll eine Zwischenbilanz des Bündnisses gezogen werden, viel Hoffnung wird in eine Kommission zur Baukostensenkung gesetzt. Der Deutsche Städtetag rechnet damit, dass der aktuelle Trend in den größeren Städten noch länger anhalten wird.

 

dpa / SC