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Rast im Knast – in Amberg wird ein Gefängnis zum Hotel

So kennen die Amberger Bürger die alte Fronfeste: Ein schauriger Ort steht da am Stadtgraben, ins Innere des alten Gefängnisses will sich niemand verirren. Dort wurden sogar Hinrichtungen durchgeführt. Unter anderem wartete der berüchtigte Räuberhauptmann Franz Troglauer in den Räumen des Gefängnisses auf den Tod.

Vor einigen Jahren begannen neue Eigentümer damit, das vor über 50 Jahren aufgegebene Gefängnis zu verändern. Mit Hammer und Meißel brachten sie das Gebäude wieder in Schuss. Ein Hotel sollte in den alten Räumen aufgebaut werden; aber ohne die Vergangenheit dabei zu begraben.
Die Denkmalpflege stand bei der Restaurierung natürlich im Vordergrund. Schließlich stand hier über 300 Jahre lang ein Gefängnis, in dem auch während der NS-Zeit Todesurteile vollstreckt wurden.

Der Weg zum Erlebnishotel war hart und immer wieder hagelte es auch Kritik an dem Projekt. Eine schwierige Zeit für Eigentümer Gerald Stelzer. Aber es hat sich für ihn gelohnt: Heute führt Gerald Stelzer stolz durch sein vollendetes Werk: Seit April liegen alle Genehmigungen vor und das Hotel im Knast konnte eröffnen. Eine Nacht in der mehr oder weniger komfortablen Zelle kostet dann rund 50 Euro pro Nacht, für größere Mehrbettzellen bezahlen Urlauber natürlich mehr. Eines steht aber für jeden Besucher fest: Trotz der Renovierung hat das Gebäude immer noch viel von seinem schaurigen Charme behalten. MF 03/04/2013