Rassismus-Debatte: Bayerns Innenminister stellt sich vor die Polizei

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Polizei gegen pauschale Rassismus-Vorwürfe verteidigt. «Einzelfälle und schwarze Schafe gibt es immer wieder, in jedem Beruf», sagte er der «Augsburger Allgemeinen» (Montag). Aber es sei «grober Unfug», Parallelen zwischen den Cops in den USA und der Polizei in Deutschland zu ziehen. «Insofern ist die Diskussion, die da aus den USA zu uns herübergeschwappt ist, schlicht unsinnig.»

Scharf kritisierte Herrmann die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken: «Frau Esken zeigt seit ihrem Amtsantritt als SPD-Vorsitzende, dass sie mit der deutschen Polizei insgesamt auf Kriegsfuß steht», sagte der Innenminister. «Von ihr kommt jede zweite Woche ein böswilliger Angriff auf die Polizei.» Er habe den Eindruck, «dass Frau Esken von der Arbeit der Polizei keine Ahnung hat».

In Frankfurt stehe gerade ein Staatsanwalt unter Korruptionsverdacht, und es habe auch schon Lehrer gegeben, die Kinder missbrauchten. «Das sind völlig inakzeptable Einzelfälle. Es ist aber keine Massenerscheinung, auch der Rechtsextremismus nicht», sagte Herrmann. Bayern gehe konsequent gegen entsprechende Verdachtsfälle vor. «Wer hinter der Reichsbürger-Ideologie steht, hat bei der bayerischen Polizei nichts zu suchen. Das gilt genauso für Leute mit rassistischer, antisemitischer oder anderer extremistischer Gesinnung.»

dpa