© Symbolbild / Quelle: Pixabay

Ramspau: Storchennest entfernt – Landkreis Regensburg reagiert

Im Landkreis Regensburg ist am Donnerstag (6.6.) ein Storchennest entfernt worden. Dies hat in den sozialen Medien zu einem großen Aufschrei geführt. Das Storchennest auf dem Kirchendach in Ramspau sei mutwillig abgerissen worden- obwohl es wahrscheinlich bereits bebrütet worden sei, war auf Facebook zu lesen.

Laut Pfarrei Regenstauf stimmt das aber nicht. Pfarrer Johann Schottenhammel hat uns heute am Telefon bestätigt, man habe sich vorher versichert, ob das Nest bebrütet war. Wäre das der Fall gewesen, hätte man es auch nicht weggemacht.

Die Kirchenverwaltung habe die Entscheidung getroffen, das Nest zu entfernen.

Zudem soll ein Ersatz für das Nest geschaffen werden- allerdings im Herbst. Hierzu stehe man schon im Kontakt mit dem Landesbund für Vogelschutz.

Dass wir uns beim Landratsamt melden mussten, war uns nicht bewusst.

Johann Schottenhammel, Pfarrer in Regenstauf

 

Am Donnerstag hat sich bereits der Landkreis Regensburg eingeschaltet. Nach einer TVA-Anfrage teilt uns das Landratsamt mit, dass sich eine Mitarbeiterin zusammen mit der Polizei einen Überblick über die Sachlage verschafft habe. In Ausnahmefällen könne es für die Entfernung eines solchen Nestes eine Ausnahmegenehmigung geben- in diesem Fall habe eine solche Genehmigung aber nicht vorgelegen.

Beim Weißstorch handelt es sich um ein nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschütztes Tier. Die Entfernung seines Nests ist deshalb nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. In Ausnahmefällen kann die Entfernung eines Nestes genehmigt werden. Die Zuständigkeit für die Erteilung einer solchen Ausnahmegenehmigung liegt bei der Regierung der Oberpfalz. Diese hat uns nach Rücksprache mitgeteilt, dass im vorliegenden Fall keine entsprechende Genehmigung angefragt oder erteilt wurde.

Entsprechend der Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes (§§ 71 und 69 ) können solche Verstöße mit Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft werden.

Das Landratsamt steht in Kontakt mit der Regierung und prüft den Sachverhalt.

Antwort aus der Pressestelle des Landkreises

 

LBV-Bezirksleiter fordert Ersatz

Christoph Bauer, der Leiter des LBV-Zentrums in Regenstauf, bestätigt dass sich die Pfarrei mittlerweile an den Landesbund für Vogelschutz gewendet hat. Allerdings erst am Freitag (7.6.). Vorher habe es keinen Kontakt gegeben.

Am Telefon hat uns Bauer heute klar gesagt: Er fordert einen Ersatzbau für die Störche, am besten auf der Kirche. Man könne diesen auch etwas versetzen, so dass der Dreck der Tiere niemanden stören könne.

Aus seiner Erfahrung und aktuellen Fotos aus Ramspau kann Bauer sagen, dass die Tiere wohl vor Ort wieder ein neues Nest bauen werden. Für die Störche sei das so, als habe ein Sturm das Nest zerstört. Brüten würden die Tiere dieses Jahr sowieso nicht mehr, dafür sei es bereits zu spät.

 

Störche bauen bereits wieder

Auf Facebook war heute bereits wieder ein aktuelles Foto aus Ramspau zu sehen. Offenbar sind darauf die Störche zu erkennen, die bereits wieder an einem neuen Nest an alter Stelle bauen:

 

Der ursprüngliche Facebook-Post (von TVA geteilt)