Preise für den Öffentlichen Nahverkehr in Bayern steigen

Zum Jahresbeginn erhöhen viele bayerische Verkehrsverbünde die Preise. Drei Prozent mehr kosten die Tickets dann im Durchschnitt. Nur die Augsburger und Mainfranken bleiben verschont.

 Wer im nächsten Jahr mit Bus oder Straßenbahn in Bayern unterwegs ist, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Verkehrsverbünde erhöhen zum Jahresbeginn die Preise. Im Durchschnitt müssen Kunden drei Prozent mehr bezahlen. Eine Ausnahme bilden der Augsburger Verkehrsverbund und der Verkehrsverbund Mainfranken mit den Landkreisen Würzburg und Kitzingen, hier bleiben die Preise wie bisher. Allerdings gab es in Mainfranken bereits im Sommer eine Preiserhöhung. In den anderen Regionen sieht es so aus:

München erhöht die Preise bereits zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember. 2,9 Prozent kosten die Tickets im Schnitt mehr. Für eine Single-Tageskarte (Innenraum) zahlen Kunden dann beispielsweise 6 Euro, das sind 20 Cent mehr als im Vorjahr. «Grund dafür sind die gestiegenen Energie- und Personalkosten», so die Sprecherin des Münchner Verkehrsverbunds MVV, Beate Brennauer. »Gleichzeitig ist aber auch unser Leistungsangebot gestiegen. Wir haben zum Beispiel neue Züge im Einsatz», betont sie.

Andreas Nagel vom Fahrgastverband «Aktion Münchner Fahrgäste» sieht das ähnlich: «In den letzten Jahren gab es vielfach eine Leistungsreduktion und dennoch eine Tariferhöhung – das ist diesesmal anders». Er lobt die Einführung flexibler Wochen- und Monatskarten und die verbesserte Frequenz im Tram-Verkehr: «Das sind Erleichterungen für die Kunden».

Neu im MVV ist außerdem die Einführung des Handytickets: Ab dem 15. Dezember können sich Fahrgäste ihr Ticket auf das Handy laden. Das lästige Warten am Ticketautomaten fällt dann weg.

Für Karl Raba vom Regensburger Verkehrsverbund (RVV) ist das Handyticket noch kein Thema. Die Kosten für die Einführung seien momentan zu hoch. «Wir wollen die großen Verbunde erst mal vorangehen lassen», erklärt er. Ohnehin sei die Zielgruppe für das Handyticket weitgehend mit dem Studententicket abgedeckt. Eine Fahrpreiserhöhung steht jedoch auch im RVV an: 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr werden die Tickets ab 1. Januar kosten. «Wir waren in den letzten Jahren immer an der unteren Grenze bei den Preiserhöhungen und haben nun Nachholbedarf», sagt Raba.

Auch in weiten Teilen Frankens und in Passau wird das Bus- und Straßenbahnfahren zum Jahreswechsel teurer. Kunden des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) müssen den größten Preissprung in Kauf nehmen. Ein Ticket wird dort nach dem Jahreswechsel durchschnittlich um 3,5 Prozent teurer sein. In Passau steigen die Preise um 3,2 Prozent. Auch hier liege der Grund in den gestiegenen Kosten für Personal und Energie, erklärte Juliane Dimper von der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau (VLP).

Insgesamt liegen die Fahrpreiserhöhungen in diesem Jahr unter dem Schnitt des Vorjahres. Damals stiegen die Preise um knapp vier Prozent an.

# dpa