Polizisten schildern die Amok-Fahrt durch Regensburg vor Gericht

Am zweiten Tag des Prozesses gegen einen Amokfahrer der am 01. August des vergangenen Jahres ein fünfjähriges Mädchen getötet hatte, schilderten heute laut Mittelbayerischen Zeitung Polizisten den Fall aus ihrer Sicht. Einer der Beamten sagte aus, dass der Wagen am Dörnbergpark auf den Gehweg wechselte und eine rote Ampel überfuhr. Die Polizisten nahmen die Verfolgungsjagd auf. Einer der Beamten meinte damals über Polizeifunk: „Das ist was Größeres. Ich dachte an eine Amokfahrt“. Danach lenkten die Beamten den Streifenwagen neben das Cabrio. „Der Fahrer im offenen Cabrio schaute uns an, grinste mit starrem Blick und fuhr weiter“. Als einer der Beamten den Schlüssel des Auto abziehen wollte, legte der Amok-Fahrer den Rückwärtsgang ein und flüchtete weiter. Im Anschluss wurde den Polizisten noch ein „Stinkefinger“ gezeigt. Im Laufe der weiteren Verfolgungsjagd durchbrach der Lenker eine Polizeiblockade in der Alfons-Auer-Straße und steuerte von drei Polizeifahrzeugen verfolgt, mit 120 Sachen über eine weitere rote Ampel in die Bischof-Konrad-Straße. Nach einer Kuppe sahen die Polizisten dann eine Staubwolke. Es bot sich ein Bild des Schreckens: Der Mazda war über eine Böschung ins Schaufenster eines Waschsalons gerast. „Der Fahrer hing über dem Fahrersitz“, so ein Zeuge. „Wir sprangen raus. Da hörte ich eine Frau schreien: Meine Kinder! Meine Kinder“! Beim Blick auf den Unfallwagen „sah ich darunter Arme und Beine rausragen, übersäht von Scherben – das waren die Kinder“. Die Dreijährige überlebte schwer verletzt. Ihre ältere Schwester erlag Stunden später ihren schweren Verletzungen. Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt. 

 

CS/MZ