Polizei: Bilanz nach Blitzmarathon

Bundesweiter Marathon

Der dritte bundesweite Blitzmarathon und die sich in Bayern daran anschließende Schwerpunktkontrollwoche „Geschwindigkeit auf Landstraßen“ sind seit Mitternacht beendet.

Ziel der Aktion, die in das Verkehrssicherheitsprogramm „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ eingebettet ist, war es einmal mehr die Kraftfahrer so weit zu sensibilisieren, dass sie ihre Geschwindigkeit sowohl den gesetzlichen Vorgaben als auch den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Damit sollte die Hauptunfallursache „Geschwindigkeit“ einmal mehr in den Fokus der Verkehrsteilnehmer gerückt werden. Durch die zeitliche Dimensionierung verspricht man sich eine Verhaltens- und Einstellungsänderung bei den Verkehrsteilnehmern. Anzumerken und des Nachdenkens wert ist dabei, dass in Bayern jedes Jahr 10 mal so viele Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen als durch Mord oder Totschlag.

 

Oberpfalz: 1394 Fahrzeuge "geblitzt"

Seit dem 16.04.2015, 06.00 Uhr, lief die Aktion. An den in diesem Jahr auf 18, entgegen der bisherigen 24 Stunden, begrenzten „Blitzmarathon“, schloss sich mit eintägiger Unterbrechung die Schwerpunktkontrollwoche an, die am Donnerstag, 23.04.2015 um 24.00 Uhr endete.

Der Grund für die Kürzung des Blitzmarathons und die eintägige Unterbrechung lag in den Trauerfeierlichkeiten für die Toten des Absturzes des Germanwings-Flugzeuges, am 17.04.2015 in Köln.

Insbesondere der Verfolgung und Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen auf Landstraßen galt in den zurückliegenden Tagen das Hauptaugenmerk der dafür eingesetzten Polizeikräfte.

Bilanziert man die beiden Aktionen der zurückliegenden Woche, so bedeutet dies für den Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass 1394 Kraftfahrzeuge in den Messstrahl von Einseitensensor und Multanova Radargerät geraten sind. Dies bei einem Gesamtdurchlauf von 55.052 Fahrzeugen. Auf die Verkehrsteilnehmer kommen je nach Geschwindigkeitsüberschreitung Verwarnungsgelder oder Anzeigen zu.

183 km/h - Bei erlaubten 100!

Trauriger Spitzenreiter war ein Pkw mit deutscher Zulassung, der am 19.04.2015, gegen 10.45 Uhr, auf der Bundesstraße 20 bei Arnschwang/Lk. Cham von Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg gemessen wurde. Der Fahrer war bei zulässigen 100 km/h mit 183 km/h in die Messstelle gefahren. Abzüglich der Messtoleranz bleibt eine Überschreitung von 77 km/h. Drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte und ein Bußgeld von 1200 Euro, bei vorsatz, sind die Konsequenz.

Zwei Motorradfahrer taten sich, in puncto „Spitzengeschwindigkeiten“ besonders hervor. Hierzu laufen noch die Ermittlungen zu deren Identifizierung.  Im ersten Fall war es ebenfalls die B 20 zwischen Cham und Furth im Wald, die ein Biker am 22.04.2015, in den frühen Abendstunden zur Rennstrecke umfunktionierte und mit 214 km/h den Einseitensensor durchraste. Ebenfalls nicht zurück hielt sich, was die Bedienung des Gasgriffs betrifft,  ein Motorradfahrer  auf der B 14, am 19.04.2015, gegen 13.15 Uhr, den Beamte der VPI Amberg mit 187 km/h messen konnten. Erlaubt sind auch in diesem Bereich 100 km/h.

Ferner gab es flächendeckend im Bereich der Oberpfalz 248 Lasermessungen, wobei die Einsatzkräfte 521 Geschwindigkeitsverstöße feststellten.

Schnellster, in den Laserstrahl geratener Verkehrsteilnehmer war ein Fahrzeugführer auf der B 470 bei Parkstein. Dieser war am 16.04.2015, gegen 21.00 Uhr, mit 165 km/h bei erlaubten 100 km/h unterwegs. Ihn erwarten nach Abzug des Toleranzwertes von fünf km/h, 240 Euro Bußgeld, ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Gerade die ganzheitlichen Kontrollen, wie sie bei der Lasermessung durchgeführt werden, deckten noch weitere Verstöße auf. So bei einem Autofahrer am 21.04.2015 in den Nachmittagsstunden auf der B 85 bei Pittersberg, der drogenbedingte Auffälligkeiten zeigte oder zwei Autofahrer, bei denen die Beamten andernorts Alkoholeinfluss feststellten. Rückmeldungen wegen nicht angelegter Sicherheitsgurte oder Handybenutzung während der Fahrt ergänzten die Bilanzierungen der verschiedenen Dienststellen

 

Bilanz aus Niederbayern

Trotz der Transparenz bei der Veröffentlichung der Messstellen im Vorfeld der Aktion mussten einige Verkehrsteilnehmer wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen beanstandet werden, erfreulicherweise aber weniger wie im Jahresschnitt. Insgesamt wurden 91.404 Fahrzeuge mit stationären Großgeräten gemessen. Von diesen mussten 1.647 beanstandet werden. Hinzu kommen 470 Geschwindigkeitsverstöße, die mittels Lasermessungen festgestellt wurden.

Der Spitzenreiter der insgesamt 2.117 zu schnellen Verkehrsteilnehmer in Niederbayern war am 16.04.2015 ein Porschefahrer, der auf der B299 bei Geisenhausen mit 164 km/h bei erlaubten 100 gemessen wurde.
Im Rahmen der Kontrollen wurden neben den Verstößen gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit noch 70 weitere Verkehrsordnungswidrigkeiten, wie beispielsweise Telefonieren am Steuer oder Missachtung der Gurtpflicht, geahndet.

Als erstes Fazit kann die Niederbayerische Polizei feststellen, dass der Blitzmarathon durchaus eine dämpfende Wirkung auf das Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen hat und die Verkehrsteilnehmer für die Thematik Geschwindigkeit sensibilisiert wurden. Damit diese Wirkung möglichst lange anhält und sich bei den Verkehrsteilnehmern festigt, wird die Niederbayerische Polizei weiterhin mit entsprechenden Kontrollen für Sicherheit auf den Straßen sorgen.

PM/MF