Podiumsdiskussion des BLLV: Mehr Zeit für Bildung

Wie sieht die Schule der Zukunft aus, und welchen Herausforderungen müssen Lehrer in Zukunft gewachsen sein? Darüber haben am Freitag Abend Vertreter von CSU, SPD, FDP, Grünen und freien Wählern zusammen mit der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann diskutiert.

Zwischen Verwaltung, Digitalisierung, Ganztag und Inklusion gehe oft der Blick auf den einzelnen Schüler verloren, der sich aufgrund eines Streits zuhause kaum auf den Unterricht konzentrieren kann oder der sich für ein Themengebiet besonders interessiert. Schilderte Simone Fleischmann für den BLLV. „Man bräuchte für jeden Schüler einen individuellen Förderplan, davon sind wir aber aktuell meilenweit entfernt“, konstatierte Fleischmann. Die Möglichkeiten der Umsetzung seien zahlreich, sei es kollegiale Unterstützung im Zwei-Lehrer-Prinzip oder die Hilfe multiprofessioneller Teams. „Dafür braucht es eine flexiblere Budgetierung der Lehrer-Stunden-Zuweisung durch den Schulleiter, mehr Personal und ein Umdenken von Schule – vom Lern- zum Lebenshaus“, erklärt Fleischmann.

3,2 Prozent – mit dieser Zahl begann die Podiumsdiskussion. Aktuell gibt Bayern 3,2 Prozent seines Bruttoinlandprodukts für den Bereich der Bildung aus – im Vergleich dazu liegt der Bundesdurchschnitt bei 4,2 Prozent. Ingrid Heckner, stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus, erklärte dazu, dass der Bildungsetat zwar geschrumpft sei, ebenso jedoch auch die Schülerzahlen. Aktuell sei eine umgekehrte Entwicklung absehbar, weshalb der Bildungsetat künftig angehoben werden solle. Akuten Handlungsbedarf sähe sie jedoch nicht – ganz im Gegensatz zu Dr. Wolfgang Heubisch, FDP-Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst und MdL a.D., der hervorhebt, dass es nicht sein könne, dass Bayern deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt liegt und sofortige Investitionen nötig seien.

Ähnlich argumentierte Margit Wild, MdL und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus, die jedoch einen besonderen Akzent auf die Sinnhaftigkeit der Investitionen setzte: „Nur mit mehr Geld ist niemand geholfen, das Geld muss sinnvoll für eine bessere Bildung genutzt werden.“