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Plastikmüll vermeiden: „Nein zur Wegwerfgesellschaft“

Wir leben weltweit in einer Wegwerfgesellschaft. Vermüllte Strände und Meere gehören zum Alltag. Jedoch wissen wir, dass im Umgang mit Plastikmüll dringend ein Wandel in der Gesellschaft stattfinden muss, um die Umwelt zu schützen. Deutschland verfügt über eine leistungsfähige Entsorgungsstruktur und Recyclingwirtschaft.  Viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland
engagieren sich für eine saubere Umwelt und wollen ihren Beitrag für eine bessere Abfallvermeidung und ein hochwertiges Recycling leisten.
 

Ziel: Raus aus der Wegwerfgesellschaft!

Immer weniger Müll, das soll das langfristige Ziel sein. Deshalb muss auch beim Umgang mit Verpackungen ein Umdenken erfolgen. In Deutschland sind für den Weg aus der Wegwerfgesellschaft deshalb folgende Punkte wichtig:

  • Überflüssige Produkte und Verpackungen vermeiden bzw. verbieten: Dies gilt vor allem für Einwegprodukte, aber auch Mikroplastik in Kosmetika
  • Verpackungen umweltfreundlicher gestalten und Mehrwegverpackungen stärken
  • Förderung eines umweltfreundlichen Produktdesigns
  • Schließen der Stoffkreisläufe durch kluges und hochwertiges Recycling

 

Schwerpunkte auch in Europa und weltweit:

Wenn die Punkte eingehalten werden, dann ist Deutschland in Europa Vorreiter, da diese Schwerpunkte auch wesentliche Maßnahmenempfehlungen der europäischen Kunststoffstrategie abdecken. Weltweit muss der Fokus auf die Reduzierung von Plastikabfällen in den Weltmeeren und sparsamerer Umgang mit Ressourcen gelegt werden. Aus den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung werden insgesamt 50 Millionen Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren für den Export und Technologien gegen die Vermüllung der Meere zur Verfügung gestellt.

 

5 Punkte gegen die Wegwerfgesellschaft:

1. Überflüssige Produkte und Verpackungen vermeiden

Mit dem Verzicht auf überflüssige Verpackungen leistet jeder einen Beitrag gegen den Verpackungsmüll. Doch auch die Hersteller und der Handel müssen dazu angeleitet werden, denn meistens können die Konsumenten gar nicht verhindern, überflüssigen Verpackungsmüll mit zukaufen. Bedeutende Beispiele sind hierbei die Folie um die Gurke oder aufwendige Kunststoffverpackungen für loses Obst und Gemüse.

Auf europäischer Ebene soll das Verbot für Plastikbesteck umgesetzt werden - da es gute Alternativen gibt.

Maßnahmen, um überflüssige Produkte und Verpackungen zu vermeiden:

  • Förderung des Leitungswassertrinkens und bessere Verfügbarkeit von Leitungswasser im öffentlichen Raum
  • Dialog mit dem Handel zur Vermeidung überflüssiger Verpackungen
  • Überflüssige Einweg-Plastikartikel europaweit verbieten
  • Produktverantwortung künftig auch für Reinigungsaktionen nutzen
  • Einsatz von Mikroplastik in Kosmetik bis 2020 stoppen
  • Mehrweg stärken
  • Stärkung von Initiativen zur Vermeidung von Wegwerfpackungen

2. Verpackungen und andere Produkte umweltfreundlicher gestalten

  • Finanzielle Anreize für ökologisches Design
  • Verpackungsregister
  • Ressourceneffizientes Produktdesign

3. Recycling stärken, mehr Rezyklate einsetzen

  • Höhere Recyclingquoten
  • Gestaffelte Lizenzentgelte für recyclingfreundliche Verpackungen
  • Verbraucherinformation
  • Rezyklatinitiative des BMU
  • Öffentliche Beschaffung von Produkten mit Rezyklatanteil
  • Stärkung des Recyclings von Agrarfolien

4. Vermeidung von Kunststoffen in Bioabfällen

  • Verbraucherinformation
  • Vermeidung von Kunststoffeintrag in Kläranlagen
  • Rechtliche Maßnahmen

5. Internationales Engagement gegen Meeresmüll und für einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen

  • Deutsche Investitionen
  • G 7: Ocean Plastics Charter
  • Zusammenarbeit der G20
  • Basler Übereinkommen / Partnerschaft für Kunststoffabfälle
  • Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern
  • Nationales Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und Runder Tisch
  • Schiffsabfälle verhindern

 

Hintergrundinformationen:

 
Seit 1991 hat der jährliche Verpackungsverbrauch pro Einwohner in Deutschland um rund 13 Prozent zugenommen. Er lag im Jahr 2016 statistisch bei rund 220 kg pro Person. Diese Zahlen beziehen sowohl die Verpackungen aus Haushalten als auch die aus Industrie und Gewerbe ein. Der Anteil des Verpackungsverbrauchs privater Endverbraucher liegt aktuell bei jährlich 103 kg pro Person. Rund 47 Prozent aller Verpackungen gehen damit auf das Konto von Privatpersonen. Daran machen Kunststoffverpackungen mit rund 25 kg pro Person etwa ein Viertel des Verpackungsverbrauchs privater Endverbraucher aus.
 
Der Gesamtverbrauch an Verpackungen in Deutschland ist nach der Einführung der Verpackungsverordnung in den frühen 90er Jahren zurückgegangen. Seit 1997 steigt er wieder an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) nennt unter anderem die Zunahme des Onlinehandels und des Außer-Haus-Verzehrs sowie immer kleinere Haushaltsgrößen. Nach wie vor werden auch in Deutschland zu viele kurzfristig genutzte Konsumgüter oder deren Überreste wie Einwegbecher, Plastikteller, Lebensmittelreste und Pizzakartons achtlos in die Umwelt entsorgt. Dies ist nicht nur ein Umweltproblem, es beeinträchtigt auch die Lebensqualität. Der Abschied von der Wegwerfgesellschaft wird Deutschland auch lebenswerter machen.
 
Die vollständige Pressemitteilung mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Punkten finden Sie hier: https://www.bmu.de/download/5-punkte-plan-des-bundesumweltministeriums-fuer-weniger-plastik-und-mehr-recycling/
 
 
 
Pressemitteilung Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit