© Autobahnpolizei Parsberg

Parsberg: Autobahnpolizei nimmt falschen Polizisten fest

Die Autobahnpolizei Parsberg berichtet von einem dreisten Betrüger, der möglicherweise schon länger ausländische LKW-Fahrer um ihr Geld gebracht hat. Der Mann war am 27.7. auf der A3 als Zivilpolizist aufgetreten und hatte einem LKW-Fahrer ein angebliches Bußgeld abgenommen. Dafür hatte der Mann sogar eine Quittung bekommen. Das Vorgehen des Polizisten kam dem Lastwagenfahrer aber komisch vor – und so wurde schließlich die echte Polizei hinzugezogen.

Am Mittwoch (29.7.) konnte der falsche Polizist schließlich festgenommen werden. Bei ihm fanden sich zahlreiche Dokumente und sogar ein Quittungsblock. Er soll auch für einen weiteren derartigen Betrugsfall aus dem Januar verantwortlich sein. Die Polizei schreibt, dass dem Mann durchaus noch weitere Taten zugeordnet werden könnten.

 

Die Mitteilung der Autobahnpolizei

Am Montag, 27.07.2020, 22.00 Uhr, wurde ein ungarischer Pkw-Fahrer auf der BAB A3, Richtung Nürnberg, an der Raststätte Jura-Ost, von einem sich als „Schleierfahnder“ bezeichnenden Mann einer Kontrolle unterzogen.

Der in zivil auftretende Polizist führte neben einem Ausweis auch eine Pistole bei sich. Der Pkw-Fahrer aus Ungarn ging zunächst davon aus, dass es sich wirklich um einen echten Polizeibeamten handelte und zahlte das geforderte Bußgeld von 70 Euro wegen eines Reifenverstoßes. Er erhielt dafür sogar eine Quittung ausgestellt.

Nach Zweifeln meldete er sich in der Raststätte um dieses Vorgehen prüfen zu lassen. Angestellte der Raststätte verständigten daraufhin die Autobahnpolizeistation Parsberg. Die eintreffenden Beamten stellten die Fälschungen fest und leiteten sofort eine Fahndung ein. Diese verlief zunächst negativ.

In Laufe der weiteren Ermittlungen wurden Videoaufzeichnungen ausgewertet die zu Hinweisen auf das Tatfahrzeug führten. Der silberne Kombi, den der falsche Polizist zur Tatzeit nutzte, war auf eine Verleihfirma zugelassen. Über den Verleiher kam man auf die Personalien des Vertragsnehmers.

Weitere Recherchen mit der Täterbeschreibung des Geschädigten und Lichtbildvergleiche bestätigten den Verdacht, dass es sich beim Mieter des Pkw auch um den Täter handelte.

Die zielgerichteten Fahndungsmaßnahmen führten dann am 29.07.20 zur Festnahme des Täters. Bei der Überprüfung einer ehemaligen Arbeitsstelle durch eine Streife der Autobahnpolizei Parsberg konnte der 30jährige Deutsche dort angetroffen und widerstandslos festgenommen werden. Bei der Durchsuchung seiner Person und des Tatfahrzeugs fanden die Beamten den gefälschten Polizeiausweis, eine PTB-Waffe im Handschuhfach, Blaulicht und Frontblitzlichter sowie eine Tasche mit seinen fiktiven Formblättern.

Bei der anschließenden Wohnungsnachschau fanden sich weiterhin Quittungsblöcke, die er bei seinen Taten verwendete sowie eine Vielzahl gefälschter Urkunden wie Zeugnisse, Diplome, Meisterbriefe etc.

Ein weiterer Fall aus dem Januar 2020 konnte ihm bereits zugeschrieben werden. Es ist aber davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher sein dürfte, da es sich bei den Geschädigten nach Kenntnisstand ausschließlich um ausländische Fahrzeugführer gehandelt haben dürfte. Wo und wie die gefälschten Urkunden zum Einsatz kamen bedarf noch weiterer Ermittlungen.

Nach Stellung eines Haftantrages durch die StA Nürnberg/Fürth erging gegen den Beschuldigten am 30.07.20 der richterliche Beschluss zur Untersuchungshaft, die er sofort danach antrat.

 

Polizeimeldung / MF