«Panama-Affäre» beschäftigt bayerische Justiz und Politik

Die «Panama»-Enthüllungen zu Briefkastenfirmen im Ausland rufen nun auch die Staatsanwaltschaft München I auf den Plan. Es würden mögliche Verwicklungen des Elektrokonzerns Siemens und der Bayerischen Landesbank (BayernLB) geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag. Es gehe darum herauszufinden, ob verfolgbare Straftaten vorliegen. Erst wenn dem so sein sollte, würden Ermittlungen eingeleitet. Anzeigen seien nach den Berichten über die «Panama Papers» bislang keine eingegangen. Die Enthüllungen sollen nach dem Willen der SPD auch den Landtag beschäftigen.

Auch ein Unternehmer aus Niederbayern könnte die Dienste der Kanzlei Mossack Fonseca genutzt haben. Laut eines Berichts des Norddeutschen Rundfunks soll er von mehreren Gesellschaften der umstrittenen Kanzlei profitiert haben. Die Firma des Unternehmers war das Vorgängerunternehmen der heutigen Firma Bayern-Ei, die unter anderem wegen eines Salmonellenskandals in den Schlagzeilen steht.

 

Laut Berichten mehrerer Medien sollen Politiker, Prominente und Sportler Geld über in Panama gegründete Briefkastenfirmen versteckt haben. Unklar ist noch, ob die durch ein Datenleck bekanntgewordenen Geschäftstätigkeiten unrechtmäßig sind.

Bayerns Finanzminister Markus Söder hat angekündigt, mit speziellen Fahndern möglichen Steuerbetrügern auf die Schliche kommen zu wollen.

dpa/MF