© OTH Regensburg / Florian Hammerich

OTH Regensburg gründet Regensburg School of Digital Sciences

Die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) in Regensburg hat eine neue Einrichtung zum Thema Digitalisierung gegründet – die „Regensburg School of Digital Sciences“ (RSDS). Ziel ist es dabei, dass alle Studiengänge die Themen der Digitalisierung behandeln und das Wissen an die Studentinnen und Studenten vermittelt wird. 

Studierende aller Fachrichtungen der OTH Regensburg können sich künftig fit machen für die Digitalisierung und damit ECTS-Leistungspunkte sammeln. Dafür hat die OTH Regensburg eine neue zentrale Einrichtung gegründet.

„Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche und damit auch alle Wissenschaftsdisziplinen. Darauf hat die OTH Regensburg mit der Gründung der Regensburg School of Digital Sciences reagiert. Mit Hilfe der School soll es gelingen, die Themen der Digitalisierung in alle Studiengänge zu tragen“, sagt Prof. Dr. Ralph Schneider, Vizepräsident und verantwortlich von Seiten der Hochschulleitung für die School.

Die Regensburg School of Digital Sciences (RSDS) ist für ihn die neue „Informationsdrehscheibe“ der OTH Regensburg zum Thema Digitalisierung in der Lehre. „Unser Ziel ist es, dass keine Studentin und kein Student die OTH Regensburg verlässt, ohne Fähigkeiten im Bereich Digitalisierung erlangt zu haben“, so Prof. Dr. Schneider.

„Dabei setzen wir als OTH Regensburg ganz bewusst nicht nur auf einzelne hochspezialisierte neue digitale Studiengänge, sondern auf eine Breitenwirkung, indem wir das Thema auf alle Studienfächer ausweiten“, so Prof. Dr. Ralph Schneider.

 

Informatikprofessor ist Beauftragter der School

Den Aufbau der RSDS wird Prof. Dr. Markus Heckner von der Fakultät Informatik und Mathematik inhaltlich vorantreiben. „Die Digitalisierung geht mit einer deutlichen Umgestaltung der Arbeitswelt und der Gesellschaft einher – darauf wollen wir unsere Studierenden optimal vorbereiten.“ sagt Prof. Dr. Heckner. Bereiche wie das Handwerk oder das Gesundheitswesen werden beispielsweise zunehmend digitalisiert, so Prof. Dr. Heckner weiter. Der Dachdecker könne so das Dach mit einer Drohne untersuchen, in den Krankenhäusern könnten Position und Zustand von Betten in Echtzeit dargestellt werden und Ärzte können ihre Diagnosen durch automatische Bilderkennung optimieren.

„Neben der Technologie werden sich auch die Arbeitsweisen verändern“, sagt Prof. Dr. Heckner. Hierarchien würden zunehmend flacher, Mitarbeiter arbeiten zunehmend in agilen, selbstorganisierenden Teams. „Mit der School wollen wir dem begegnen und ein Lehrangebot schaffen, das alle unsere Studierende in die Lage versetzt, sich erfolgreich und verantwortungsbewusst in der digitalisierten Arbeitswelt und Gesellschaft zu bewegen und digitale Produkte und Dienstleistungen der Zukunft mitgestalten zu können.“

 

Drei Professuren zum Wintersemester 2020/2021 besetzt

Das fakultätsübergreifende Lehr- und Studienangebot werden insgesamt sieben neue Digitalisierungsprofessuren ausgestalten. Drei davon konnten bereits zum Wintersemester 2020/2021 besetzt werden. Die Digitalisierungsprofessorinnen und -professoren absolvieren mindestens die Hälfte ihres Lehrdeputats in der School, das heißt für Studiengänge anderer Fakultäten.

„Die Einführung von Digitalisierungsprofessuren sorgt für ideale Bedingungen in der Lehre “, so Prof. Dr. Ralph Schneider. Neu berufen zum 1. September 2020 wurde Prof. Dr. Thomas Kriza für das Lehrgebiet „Digitalisierung, Technikfolgenabschätzung und angewandte Ethik“ an die Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften, Herr Dr. Markus Goldhacker für das Lehrgebiet „Data Science in der Automatisierungstechnik / Predictive Maintenance“ an die Fakultät Maschinenbau und Dr. Ulrike Plach für das Lehrgebiet „Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation“ an die Fakultät Betriebswirtschaft der OTH Regensburg.

 

Neben Informatik auch ethische Fragestellungen

Das fakultätsübergreifende Lehrangebot der RSDS wird neben Informatik-Kompetenz auch übergreifende Kompetenzen zur Digitalisierung vermitteln, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgeentwicklungen ebenso wie ethische Fragen umfassen. „Sollen wir alles tun, was wir können? Diese Frage wird immer wichtiger, denn künstliche Intelligenz und Big Data dringen immer weiter in die Lebens- und Arbeitswelt ein“, so Prof. Dr. Heckner. „Unsere Absolventinnen und Absolventen werden genau in dieser Umgebung in interdisziplinären Teams arbeiten, zum Beispiel arbeiten im Bereich E-Health Mediziner, Pflegepersonal und Informatiker zusammen. Wir bereiten unsere Studierenden genau auf solche Teams mit innovativen Formaten vor.“

Das Spektrum reicht von Digitalisierungsmodulen in einzelnen Studiengängen über interdisziplinäre Projektarbeiten bis zum Austausch digitaler Lehrangebote zwischen den Fachrichtungen und fakultätsübergreifenden Vorlesungen.

 

Netzwerk zum Thema Digitalisierung

Innerhalb der OTH Regensburg wird die RSDS den Stand von Wissenschaft und Technik analysieren und alle acht Fakultäten bei der Beantragung von Förderprojekten im Bereich von interdisziplinären Aspekten der Digitalisierung unterstützen.

Darüber hinaus vertritt die RSDS die OTH Regensburg in überregionalen Netzwerken zu Themen der Digitalisierung, zum Beispiel im Zentrum Digitalisierung Bayern ZD.B und im Verbundkolleg Digitalisierung im BayWISS.

 

 

Pressemitteilung OTH Regensburg / MB