Ostbayern: Zugverkehr soll aufgewertet werden

Zugfahren in Ostbayern wird künftig auf einigen Strecken etwas schneller gehen. Durch einen neuen Vertrag zwischen der Länderbahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft soll die Region ab Dezember 2017 besser mit Alex-Zügen versorgt werden.

Von Furth im Wald sollen in Zukunft sieben Verbindungen nach München bestehen, zwischen München und Regensburg sollen Bahnfahrer dann knapp fünf Minuten schneller unterwegs sein. Auch einige ältere Wagen sollen durch moderne, klimatisierte Zugabteile ersetzt werden. Ab Ende 2017 soll es in den Zügen der Länderbahn auch WLAN-Router geben- auch bei Reisen ins Grenzgebiet zu Tschechien soll kabelloser Internet-Zugang möglich sein

Aus der Pressemitteilung: Die Länderbahn GmbH wird auch künftig die unter dem Markennamen Alex bekannten Regionalverkehre auf folgenden Linien betreiben:

Los Nord:

  • München Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf – Hof Hbf
  • München Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf – Furth im Wald

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) plant, finanziert und kontrolliert den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Daher kann sie die Leistungen im Los Nord nur bis zur Landesgrenze, d. h. bis Furth im Wald vergeben. Derzeit fehlt noch die endgültige Entscheidung auf tschechischer Seite, die Züge von und nach Furth im Wald bis Prag zu verlängern.

Los Süd:

  • München Hbf – Kempten (Allgäu) Hbf – Immenstadt – Lindau Hbf
  • München Hbf – Kempten (Allgäu) Hbf – Immenstadt – Oberstdorf

Die BEG hatte die Verkehrsleistungen für den sogenannten IR 25 Übergang europaweit ausgeschrieben. Es handelte sich hierbei um eine freihändige Vergabe mit vorgeschaltetem Interessens­bekundungs­verfahren. Wie bei der öffentlichen  Ausschreibung konnten sich alle interessierten Eisenbahnverkehrs­unternehmen um die zu vergebende Verkehrs­leistung bewerben. Der Leistungsumfang beträgt im Los Nord etwa 2,77 und im Los Süd etwa 1,65 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Der Übergangsvertrag beginnt im Dezember 2017 und läuft für das Los Nord bis Dezember 2022 und für das Los Süd bis Dezember 2020.

Der dreijährige Übergangsvertrag für das Los Süd ist notwendig, weil der bisherige Vertrag im Dezember 2017 ausläuft und sich das Angebot nach der Elektrifizierung der Strecke Geltendorf – Lindau deutlich ändern wird. Mit Ende des Übergangsvertrages werden die im Los Süd enthaltenen Verkehre in das „Dieselnetz Allgäu“ übergehen. Da die mittelfristig geplante Elektrifizierung der Strecken Regensburg – Hof und Regensburg – Furth im Wald die Anschaffung von Neufahrzeugen erfordert, wird bis zu diesem Zeitpunkt im Los Nord ebenfalls ein Übergangskonzept mit vorhandenen Gebrauchtfahrzeugen gefahren.

Verbessertes Angebot auf dem Nordabschnitt München – Hof / Furth im Wald

Das Angebotskonzept für den Nordabschnitt sorgt vor allem für eine Verbesserung des durchgehenden Verkehrs von München über Regensburg und Weiden nach Hof und Furth im Wald. Grundsätzlich verkehren die Züge nach Hof und nach Furth im Wald im Zweistundentakt auf der Strecke München – Schwandorf vereinigt. Damit kann die in diesem Abschnitt höhere Fahrgast­nachfrage optimal bedient werden.

Die Anzahl der Zugverbindungen zwischen München und Furth im Wald wird im Rahmen dieses Flügelzug-Konzepts von derzeit vier auf künftig sieben Zugpaare am Tag ausgebaut. Nur bei der ersten Frühverbindung nach Furth im Wald ist voraussichtlich ein Umsteigen am selben Bahnsteig in Schwandorf erforderlich. Durch die Bedienung von Cham und Furth im Wald erhält der Landkreis Cham systematische zweistündliche Direktverbindungen nach Regensburg, Landshut, Freising und München.

Von München nach Weiden und nach Marktredwitz bietet der neue Fahrplan neun, nach Hof acht statt heute sechs Direktverbindungen je Werktag. Das heute noch zeitweise Umsteigen zwischen der Landeshauptstadt, nördlicher Oberpfalz und Ostoberfranken entfällt dann. Die Reisezeiten bleiben mit rund dreieinhalb Stunden bis Hof im Wesentlichen unverändert. Zwischen München und Regensburg sind Reisende im Zweistundentakt mit Zwischenhalten in Freising, Landshut und Neufahrn (Niederbayern) künftig rund fünf Minuten schneller unterwegs.

Eine neue Frühverbindung gibt es gegen 4 Uhr von Schwandorf nach Regensburg und München. Abends können Fahrgäste noch um 22:44 Uhr und damit eine Stunde später als bislang von München nach Schwandorf zurück reisen (Unterwegshalte in beiden Richtungen auch in Regenstauf und Maxhütte-Haidhof).

Gleichbleibendes Angebot auf dem Südabschnitt München – Lindau /Oberstdorf

Das Fahrplankonzept des Alex zwischen München, Oberstdorf und Lindau bleibt weitestgehend unverändert. Der Fahrplan wird nur am Samstag bei den jeweils ersten Fahrten von Kempten nach München sowie von München nach Lindau und Oberstdorf angepasst, sodass diese künftig im regulären Takt verkehren.

 

Teilweise modernere Fahrzeuge

Das Fahrzeugkonzept gleicht im Wesentlichen dem Status quo. Allerdings wird die Länderbahn einige ältere Wagen durch moderne klimatisierte Wagen in Intercity-Qualität ersetzen. Es wird weiterhin kleine Speisen und Getränke an Bord geben. In den Zügen bzw. Zugteilen nach Furth im Wald wird jeweils ein Bistro mitgeführt, in den übrigen Zügen werden den Fahrgästen ebenfalls Getränke und Snacks angeboten werden.

Hohe Qualitätsanforderungen

Um den Fahrgästen einen hohen Komfort und umfangreichen Service zu bieten, gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung, Störfallmanagement, Sitzplatzkapazitäten, Sauberkeit und Serviceorientierung. Alle Züge werden mit mindestens einem Zugbegleiter besetzt. Auf den stark frequentierten Streckenabschnitten von München bis Schwandorf und von München nach Kempten werden die Züge jeweils mit zwei Zugbegleitern besetzt sein. Durch den Einsatz zusätzlicher Wagen verbessert sich die Platzkapazität bei vielen Zügen des Berufs-, Ausflugs- und Wochenendpendler-Verkehrs. Die Länderbahn muss am Qualitätsmesssystem der BEG teilnehmen. Damit prüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Sauberkeit der Züge, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Fahrgastinformation im Zug, die Kompetenz und Serviceorientierung der Zugbegleiter sowie die Kundenorientierung bei Beschwerden.

Fahrgäste erhalten wie bisher in den Zügen Fahrscheine ohne Aufpreis. Als besonderer Service können zumindest zwischen Cham und Furth im Wald Fahrkarten auch in tschechischen Kronen bezahlt werden. Fahrscheine werden an ausgewählten Orten auch im personenbedienten Verkauf und aus stationären Fahrausweisautomaten angeboten. Die Bestellung von Fahrscheinen ist auch über die telefonische DLB-Hotline möglich.

Abweichungen von den vertraglich vereinbarten Leistungen werden durch Entgeltminderungen bestraft. Mit einem eigenen Pünktlichkeits- und Qualitätsmesssystem erhebt die BEG die notwendigen Daten und veröffentlicht sie mindestens jährlich.

 

Kostenfreier Internetzugang und verbesserte Fahrgastinformation

Mit Start des Übergangsvertrags wird die Länderbahn ab Ende 2017 – voraussichtlich erstmals im bayerischen SPNV – die eingesetzten Fahrzeuge mit WLAN-Routern ausstatten, die einen kostenfreien und kabellosen Internetzugang ermöglichen. Die Router verfügen jeweils über mehrere SIM-Karten, sodass nicht nur auf bayerischer  und tschechischer Seite Internetzugriff besteht, sondern bestehende Lücken in der Netzabdeckung einzelner Anbieter auch bestmöglich aufgefangen werden. Das WLAN-Angebot soll mit einem digitalen Fahrgast-Portal verknüpft werden, dem die Reisenden unter anderem Informationen zu ihrer Fahrt, ihrem Zug, zu touristischen Destinationen entlang der Strecke sowie Fahrplanauskünfte entnehmen können.

Zusätzlich werden die Reisenden von einer verbesserten Fahrgastinformation im Zug profitieren: Alle Fahrzeuge erhalten künftig zwei LED-Displays sowie mindestens zwei ca. 20 Zoll große TFT-Monitore pro Wagen. Auf Letzteren werden neben einer Haltestellen-Perlschnur unter anderem Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie Anschlussinformationen zum SPNV und zu ausgewählten Buslinien in Echtzeit angezeigt.

Pressemitteilung Länderbahn/MF