Oberpfalz: Stärkster Anstieg der Arbeitslosigkeit seit mehr als 10 Jahren erwartet

In der Oberpfalz werden durch die Corona-Krise bis Ende des Jahres mehr als 24.000 Personen arbeitslos sein. Das zeigt die Herbstprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Laut der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wäre dies der stärkste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit mehr als zehn Jahren. Besonders massiv betroffen ist der Agenturbezirk Regensburg mit einer Zunahme von fast 32 Prozent. Der Arbeitsmarkt werde sich frühestens 2022 wieder an das Niveau von 2019 anpassen können, so die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

 

Die Arbeitslosigkeit wird 2020 im Arbeitsagenturbezirk Regensburg um 2.600 auf 10.800 Erwerbslose steigen. Das ist ein Plus von 31,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2021 werden die Erwerbslosenzahlen weiter steigen, um 200 bzw. 1,9 Prozent auf 11.000. Das prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Herbstprognose im mittleren Konjunkturszenario.

„Wir erleben derzeit einen seit über zehn Jahren nicht mehr gesehenen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Bei einer noch schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung, im Negativszenario der IAB-Prognose, würde die Arbeitslosigkeit in Regensburg 2021 deutlich stärker, um 13,9 Prozent bzw. 1.500 Personen auf 12.300 Arbeitslose steigen. Das bereitet uns Sorge. Und noch ist das weitere Pandemie-Geschehen völlig offen. Der derzeitige teilweise Lockdown ist in den Zahlen noch nicht abgebildet“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Bertram Brossardt.

 

Laut Prognose steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Regensburg 2020 um rund 1.300 auf 269.000 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2021 wird die Beschäftigung mit 273.400 Personen wieder um 1,6 Prozent bzw. um 4.400 Personen höher liegen als 2020.

 

„Im kommenden Jahr zeigen die Prognosen wieder eine Erholung an. Dennoch nimmt die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Regensburg zunächst noch einmal zu. Wir rechnen frühestens 2022 damit, dass Vorkrisenniveau wieder zu erreichen“, erklärt Brossardt.

 

Die vbw sieht neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch den industriellen Strukturwandel sowie wachsende außenwirtschaftliche Risiken mit Sorge. Dazu kommen auch innenpolitische Fehlanreize, die die Wirtschaft belasten. „Weltweit haben wir die vierthöchsten Arbeitskosten, dazu stetig steigende Strom- und Energiekosten. Entlastungen sind aber weiterhin Fehlanzeige: Weder die Unternehmenssteuerlast wurde gesenkt, noch ist die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes angegangen worden“, erklärt Brossardt.

PM vbw/ MB