Oberpfalz: Rezession in der Metall- und Elektro-Industrie – schlechteste Umfrageergebnisse seit 2009

Die Konjunktur in der oberpfälzischen Metall- und ElektroIndustrie befindet sich in der Rezession. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Regensburg vorgestellt wurde.

„Die konjunkturelle Lage trübt sich immer weiter ein. Die Umfrageergebnisse sind die schlechtesten seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Inländische Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne liegen im negativen Bereich. Wir müssen daher dringend unsere Standortbedingungen verbessern, ansonsten bleiben die Aussichten auf längere Sicht düster“, erläutert der Vorsitzende der Region Oberpfalz, Dr. Stefan Klumpp.

Firmen beurteilen die Geschäftslage deutlich schlechter als bei der letzten Umfrage

„Unsere Unternehmen kämpfen nicht nur mit einer konjunkturellen Krise, sie stehen auch vor großen strukturellen Herausforderungen. So belasten wirtschaftliche Herausforderungen rund um den Protektionismus und die damit einhergehende DeGlobalisierung genauso wie politische Unwägbarkeiten bei der Energie- und Mobilitätswende oder der Klimapolitik“, erklärt Klumpp.

Unterschiede zwischen In- und Ausland

Bei den Erwartungen zeigen sich Unterschiede zwischen inländischen und ausländischen Perspektiven. Während die Inlandserwartungen per Saldo mit -22,4 Prozentpunkten deutlich im negativen Bereich liegen, sind die Auslandserwartungen mit -0,7 Prozent nur leicht negativ.

„International wird der Standortwettbewerb härter. Der Druck insbesondere aus den Schwellenländern ist groß. Damit rücken inländische Standortbedingungen in den Wettbewerbsfokus, darunter das Kosten-, Steuer- und Bürokratieniveau. Hier muss dringend gegengesteuert werden“, betont Klumpp.

Beschäftigungszahlen in der Oberpfalz negativ

Besonders kritisch für den Standort fällt laut Klumpp das Ergebnis zu den Beschäftigungsplänen der oberpfälzischen Unternehmen aus. Diese liegen im Vergleich zu der Umfrage im Sommer nun deutlich im negativen Bereich.

„Der langanhaltende Beschäftigungsanstieg in der oberpfälzischen M+E Industrie ist zu Ende. Für 2020 befürchten wir in der Oberpfalz einen Rückgang um 1.500 Beschäftigte. Wir haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren und dem müssen wir entgegenwirken. Wir fordern daher sowohl von der Politik als auch vom Tarifpartner entscheidende Beiträge zur Kostenentlastung. Ein ‚Weiter so‘ gefährdet hingegen industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung, das kann nicht in unserem Interesse sein. Wir müssen jetzt unseren Standort sichern, bevor es zu spät ist“. – Dr. Stefan Klumpp, Vorsitzender der Region Oberpfalz

 

Pressemitteilung bayme vbm