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Oberpfalz: Freie Wähler und Grüne gegen Bahnchaos

„Die kurzfristigen, massiven Einschränkungen im Zugverkehr der Länderbahn sind inakzeptabel“ – so klar ihre gemeinsame Position ist, so entschlossen stellen sich mit Tobias Gotthardt (FREIE WÄHLER/Regensburg), Anna Toman (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN/Tirschenreuth) und Christoph Skutella (FDP/Weiden) drei junge oberpfälzer Abgeordnete an die Seite der oberpfälzer Pendler: „In diesem Fall gibt es für uns keine Parteigrenzen, keine Regierung und Opposition – es gibt oberpfälzer Interessen, für die wir gemeinsam kämpfen“, so die Auffassung der drei Abgeordneten.

In einem gemeinsamen Brandbrief an Länderbahn-Geschäftsführer Wolfgang Pollety, BEG-Chefin Bärbel Fuchs und Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart fordern die drei „schnelle Lösungen für ein drängendes Problem“. Den ins Feld geführten Personalmangel wolle man „nicht gelten lassen: Defizite in diesem Bereich sind in erster Linie Folgen verfehlter Unternehmenspolitik – und nicht auf dem Rücken der ostbayerischen Bahnfahrer auszutragen. Verträge sind zu erfüllen“, so der Appell des jungen Trios. Gemeinsam wollen sie nun „weitere oberpfälzer Kollegen ins Boot holen – von CSU bis Grüne, von Tirschenreuth bis Regensburg“.

„Die Versorgung mit Lokführerinnen und Lokführern im bayerischen Eisenbahnverkehr ist derzeit schlichtweg unzureichend“, sagt Grünen-Abgeordnete Toman. Und auch für ihren FDP-Kollegen Skutella ist klar: „Der aktuelle Notfahrplan ist kein spontanes Phänomen – es war im Grunde kalkuliertes Chaos mit Ansage“. Daran ändert laut Gotthardt„auch die Tatsache nichts, dass die aktuellen Personalengpässe bei Lokführern kein spezifisch bayerisches Problem sind, sondern mittlerweile alle Regionen in Deutschland betreffen. Dass es in Bayern trotzdem vor allem den Osten betrifft, fällt auf.“

Offensichtlich, so die Vermutung der Landtagsabgeordneten, „kalkulieren bei Wettbewerbsverfahren siegreiche Eisenbahnverkehrsunternehmen ohne ausreichende personelle Reserven, die personelle Engpässe ausgleichen könnten“. Dies müsse man kurzfristig und „dringend kritisch unter die Lupe nehmen und – wo nötig – ändern. Wir brauchen Lösungen – jetzt“.

Mittelfristig gelte es, in Zusammenarbeit mit den bayerischen Verkehrsunternehmen, Gewerkschaften, Verbänden, Ausbildungs- und Weiterbildungsträgern und der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der „Fachkräfteoffensive Bahn Bayern“ engagiert um neue Lokführerinnen und Lokführer zu werben. „Was wir aktuell in bislang ungekannter Dimension erleben, darf sich nicht wiederholen“, so Gotthardt. Gemeinsam mit den Oppositionskollegen sieht er dabei „auch den Bund schwer in der Pflicht“.

Entstanden sei der ungewöhnliche, parteiübergreifende Vorstoß der drei jungen oberpfälzer Abgeordneten ausgerechnet bei einer gemeinsamen Bahnfahrt: „Wir kennen das Problem der Schüler und Pendler aus der eigenen Erfahrung“, so Gotthardt. Umso dankbarer sei er der Kollegin Toman und dem Kollegen Skutella, die die Kooperation angestoßen hätten. Dabei sehen sie ihre Initiative aber nicht exklusiv: „Im Gegenteil: Wir gehen parallel zu unseren Schreiben auf die Kollegen anderer Parteien aus Regierung und Opposition zu: Wir brauchen eine gemeinsame politische Stimme, um ein unternehmerisches Problem im Sinne unserer Region zu lösen“.

 

Pressemitteilung Freie Wähler