Ostbayern: Bilanz Blitzmarathon

In der Zeit von Mittwochmorgen, 03.04.2019 um 06:00 Uhr bis Donnerstagmorgen, 06:00 Uhr stand die Verkehrssicherheitsarbeit im besonderen Focus der Oberpfälzer Polizei. Mit über 200 Einsatzkräften aus der gesamten Oberpfalz galt es, Verkehrsteilnehmer für das Thema Geschwindigkeit zu sensibilisieren und Verstöße zu ahnden.

Geschwindigkeitsüberwachung ist ein wichtiges Thema im Verkehrssicherheitsprogramm „Bayern mobil – sicher ans Ziel“. Im Vordergrund standen in den 24 Stunden des Blitzmarathons die Gespräche mit den Verkehrsteilnehmern. Erläutert wurde dabei auch, dass nicht nur Geschwindigkeitsbeschränkungen, sondern auch örtliche oder situative Gegebenheiten sowie die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Verkehrsteilnehmer Einfluss auf die gefahrenen Geschwindigkeiten haben sollen.

In Bayern, aber auch in der Oberpfalz zeigt sich seit Jahren nicht angepasste Geschwindigkeit als eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang oder Unfälle mit schwer verletzten Personen. Diese Tatsache gilt es den Verkehrsteilnehmern immer wieder vor Augen zu führen. Durch wiederkehrende, auch öffentlichkeitswirksame Aktionen, erhofft man sich dabei auf Seiten der Polizei eine dauerhafte Einstellungs- und Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern.

Geschwindigkeitsverstöße stellen Verletzungen von Rechtsnormen dar, die zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer aufgestellt wurden. Diese Regeln sollen auf unseren stark frequentierten Straßen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit gewährleisten und zudem einen weitgehend reibungslosen Verkehrsfluss ermöglichen. Leider zeigt sich aber auch immer wieder, dass Regeln häufig nur dann eigehalten werden, wenn sie auch überwacht werden.

Oberpfalz-Statistik 2018

Die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2018 weist in der Oberpfalz 872 Geschwindigkeitsunfälle aus, bei denen 561 Personen verletzt wurden und 11 Verkehrsteilnehmer ihr Leben verloren.

Auch wenn die Zahl der durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursachten Unfälle den niedrigsten Wert im Langzeitvergleich darstellt, bleibt das Thema Unfallursache Geschwindigkeit weit oben bei den Bemühungen um die Sicherheit im Straßenverkehr.

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeiten haben erhebliche Auswirkungen auf Brems- und Anhaltewege. Im Falle von Gefahrensituationen verlängert sich der Weg bis zum Stillstand des Fahrzeuges, bereits bei einer um wenige Stundenkilometer höheren Geschwindigkeit, exponentiell.

Bilanz Blitzermarathon

Bilanziert man die gesamten 24 Einsatzstunden, so bedeutet dies für den Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass 365 Kraftfahrzeuglenker von Einseitensensor, Laser-Messgerät und Multanova Radargerät erfasst, gemessen und beanstandet wurden bzw. eine Ahndung zu erwarten haben und damit 75 weniger als im Vorjahr. Dies bei einem Gesamtdurchlauf von 10.559 gemessenen Fahrzeugen.

Auf die zu schnellen Verkehrsteilnehmer kamen oder kommen, je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung gestaffelt, Verwarnungsgelder oder Anzeigen mit Punkten und gegebenenfalls Fahrverboten zu.

Den traurigen Höchstwert in der Oberpfalz erreichte am Mittwochnachmittag, gegen 14:40 Uhr ein Motorradfahrer auf der Staatsstraße 2660 im Gemeindebereich Barbing bei erlaubten 70 mit 133 km/h. Nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranz von 5 verbleiben immer noch 128 km/h, die dem Fahrer vorgeworfen werden. Der Fahrzeuglenker hat nun mit einem Bußgeld von 275,00 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot zu rechnen.

Auch andere wichtige Themen der Verkehrssicherheit verloren die Beamten nicht aus den Augen und beanstandeten Fahrzeuglenker auch wegen anderer Verstöße. So sahen sich die Verkehrsteilnehmer in insgesamt 74 Fällen mit Ahndungen wegen unter anderem nicht angelegter Sicherheitsgurte oder benutzter Mobiltelefone während der Fahrt konfrontiert.

Bilanz Niederbayern:

Insgesamt wurden ca. 15.200 Fahrzeuge mit stationären Geräten gemessen. Davon wurden 383 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.

Ebenso fanden Geschwindigkeitsüberwachungen mit den Laserhandmessgeräten statt. Hier mussten 198 Fahrzeugführer an 70 verschiedenen Messstellen niederbayernweit beanstandet werden.

Neben Geschwindigkeitsverstößen mussten wenige anderweitige Verstöße, wie zum Beispiel nicht getragener Sicherheitsgurt oder abgefahrene Reifen, geahndet werden.

Als „trauriger Spitzenreiter“ in Niederbayern darf ein Opel-Fahrer aus dem Raum Landshut bezeichnet werden. Der Mann wurde auf der Staatsstraße 2045 bei Landshut mit gefahrenen 157 km/ h gemessen. Erlaubt waren in diesem Bereich 70 km/ h. Ihm droht ein Bußgeld in Höhe von mindestens 600 Euro, 2 Punkte im Fahreignungsregister sowie ein dreimonatiges Fahrverbot.

Als Fazit bleibt zu hoffen, dass sich der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer, auch über den Blitzmarathon hinaus, an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten wird. Die Überwachung der Geschwindigkeit bleibt weiterhin ein wesentlicher Bestandteil zur Erhaltung der Verkehrssicherheit.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz und Niederbayern