Nord-Süd-Schulterschluss im Kampf gegen den Fachkräftemangel

 Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels gehen bayerische und niedersächsische Handwerkskammern gemeinsame Wege. In den nächsten drei Jahren wollen die Kammern München und Oberbayern, Braunschweig-Lüneburg-Stade, Hannover sowie Niederbayern-Oberpfalz zusammenarbeiten. «Die Not ist groß; das Fachkräftethema ist eins der wichtigsten Themen für die Zukunft», sagte Jans-Paul Ernsting, der scheidende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover. Das Thema gilt als Schatten über dem boomenden Handwerk. 

«Dies führt zu Problemen, die letztlich irgendwann beim Verbraucher durchschlagen», sagte Ernsting bei der Vorstellung der Kooperation am Mittwoch in Hannover. Spätestens wenn der Handwerker nicht mehr gleich kommen kann, werde das Problem auch dort spürbar.

Bei der zum Jahresbeginn aufgenommenen Kooperation wollen die Kammern Handwerksbetriebe bei ihrer Personalarbeit unterstützen. In jeder der Kammern gibt es dafür ein sogenanntes Fachkräftezentrum. Die bundesweit flächenmäßig größte Kammer in Braunschweig wird sich künftig der Suche von weiblichen Fachkräften fürs Handwerk widmen, die in Hannover der Personalführung, während sich die in München dem Thema Gesundheit und Gesunderhaltung im Handwerk widmet.

«Der Schwerpunkt liegt bei uns in München in der Fortbildung der Betriebsberater», sagte Projektleiterin Eva Beck. Dazu gehören auch Beratungen bei der Sozialversicherung oder der Aufbau von Netzwerken und Handlungsleitfaden. Bei der Regensburger Kammer für Niederbayern/Oberpfalz stehen die Themen grenzüberschreitendes Arbeiten, aber auch die Anwerbung von dortigen Fachkräften im Fokus.

dpa/MF