© Alexander Auer

Mögliche Evakuierung in Neutraubling: Grabungsarbeiten haben begonnen

Das Polizeipräsidium Oberpfalz berichtet von einem sogenannten "Kampfmittelverdacht" in Neutraubling. Dort werden im Zuge des Autobahnausbaus an der A3 immer wieder Bomben aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Aktuell (02.08.) suchen Experten wieder nach solchen Kampfmitteln. Laut Polizei gibt es mehrere Punkte, die überprüft werden . Sollte sich ein solcher Verdacht bestätigen, könne es noch heute zu Sperrungs- bzw. Evakuierungsmaßnahmen kommen. Die Polizei betont jedoch, dass noch nicht sicher ist, ob solche Bomben auch wirklich gefunden werden.

Für den Fall eines Fundes sollen die Bürger sich heute noch auf eine mögliche Evakuierung (2.8., ab 8 Uhr) einstellen. Dazu sollen Betroffene wichtige Medikamente für mindestens einen Tag bereitlegen und in der aktuellen Situation natürlich einen Mund- und Nasenschutz bereithalten.

Polizei gibt Entwarnung

10:50 Uhr

Die Grabungsarbeiten verliefen ohne Funde. Es wird zu keinen Evakuierungen oder Sperrungen kommen, berichtet die Polizei in ihrem Abschlussbericht. Zum Vorschein kamen während den drei Grabungen dennoch Spuren des Krieges. Die beauftragte Kampfmittelfirma fand Reste eines sogenannten Abwurfbehälters, Bombenfragmente und Metallteile. 

Die etwa 200 Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und der Autobahndirektion Südbayern können damit ihren Einsatz beenden. Sie standen für den Fall einer Evakuierung bereit, von der voraussichtlich etwa 4500 Anwohner und die Autobahn A3 betroffen gewesen wären. Auch eine Notunterkunft wurde eingerichtet.

Die Polizei dankt richtet sich vor allem auch an die Bürgerinnen und Bürger, die sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet hatten und ebenfalls an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die ihren Sonntagmorgen im Sinne des Schutzes der Bevölkerung verbrachten.

09:38 Uhr

Die Grabungsarbeiten haben begonnen. Experten untersuchen mögliche Liegeorten von Kampfmitteln.
Fotos: Alexander Auer

Die Mitteilung der Polizei

Im Zuge des Autobahnausbaus der A3 bei Regensburg finden immer wieder Sondierungsarbeiten nach Kampfmitteln aus dem zweiten Weltkrieg statt. Am kommenden Sonntag, 2. August 2020, sollen mehrere Verdachtspunkte überprüft werden. Bestätigt sich ein Verdacht, kann es zu Sperrungs- und Evakuierungsmaßnahmen kommen. Auch die A3 wäre von diesen Maßnahmen betroffen.

Der Ausbau der A3 schreitet zügig voran. Da es im zweiten Weltkrieg, insbesondere auch im Bereich Neutraubling, zum vermehrten Abwurf von Fliegerbomben kam, werden die Arbeiten an der A3 stets von Sondierungsmaßnahmen nach Blindgängern und übrig gebliebenen Kampfmitteln begleitet. Gefahren für die Bevölkerung und die Arbeiter sollen dadurch ausgeschlossen werden.

Vor wenigen Tagen wurden bei Neutraubling erneut Sondierungen durch eine Spezialfirma durchgeführt. Diese erkannte im Erdreich an drei Stellen in unmittelbarer Nähe zur A3 mögliche Kampfmittel. Ob es sich jedoch tatsächlich um Kampfmittel handelt, ist derzeit noch unklar!

Eine genaue Erkundung bzw. Freilegung der Verdachtspunkte ist nach Bewertung der Kampfmittelexperten unumgänglich. Sollte sich der Kampfmittelverdacht bestätigen, könnte es, je nach Sprengmittel, umgehend zu Sperrungen und auch Evakuierungsmaßnahmen kommen. Deren Umfang (v.a. Sperrradius) und Dauer können jedoch erst nach Bewertung durch den Sprengmeister vor Ort festgelegt werden.

Um die potentiellen Auswirkungen auf die Allgemeinheit und den Verkehr möglichst gering zu halten, wurden die Grabungsarbeiten auf Sonntagmorgen, 2. August 2020, terminiert. Polizei, Rettungsdienste und die Feuerwehr werden gemeinsam mit der Stadt Neutraubling, der Gemeinde Barbing und der Autobahndirektion Südbayern bereits ab den frühen Morgenstunden für einen möglichen Einsatz bereitstehen. Die Grabungsarbeiten beginnen voraussichtlich gegen 8 Uhr.

Die Bevölkerung wird im Bedarfsfalle über Lautsprecherdurchsagen und die örtlichen Medien entsprechend informiert.

So sollten sich Bürgerinnen und Bürger vorbereiten

-          Einstellen auf eine mögliche, kurzfristige und mehrstündige Evakuierung am Sonntagmorgen, 2. August 2020, ab 8 Uhr

-          Zurechtlegen wichtiger Medikamente für mindestens einen Tag

-          Bereithalten eines Mund-Nasen-Schutzes

-          Verfolgen der örtlichen Medien ab Sonntag, 8 Uhr

 

Bürgertelefon

Die Stadt Neutraubling und die Gemeinde Barbing betreiben ab sofort jeweils ein Bürgertelefon. Dieses wird bis zum Einsatzende am Sonntag täglich von 9 bis 18 Uhr besetzt sein. Am Sonntag ist das Bürgertelefon bereits ab 07.30 Uhr erreichbar.

Bürgertelefon Neutraubling: 0175/69 111 23

Bürgertelefon Barbing: 09401/9229-10

Dorthin können sich Menschen mit Fragen rund um die Evakuierung wenden. Insbesondere kranke, bettlägerige oder hilfsbedürftige Menschen sollen sich bitte vorab dort melden.

 

Verkehrsmaßnahmen

Für den Fall einer Entschärfung werden voraussichtlich Verkehrssperren erforderlich sein. Betroffen sein wird dabei auch die A3, zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Ost und Rosenhof, in beiden Fahrtrichtungen. In den nächsten Tagen wird deshalb vorbeugend eine Umfahrungsstrecke durch die Autobahndirektion Südbayern beschildert, die bei Notwendigkeit kurzfristig aktiviert werden kann. Die Polizei wird bei Bedarf verkehrsregelnd eingreifen.

 

Notunterkunft

Im Falle einer Evakuierung stellen die Stadt Neutraubling und die Gemeinde Barbing eine Notunterkunft zur Verfügung. Diese befindet sich in der Josef-Hofmann-Grundschule, Schulstraße 1 in Neutraubling. Die entsprechenden Mindestabstände werden gewährleistet. Personen, die keine alternativen Anlaufpunkte haben oder sich während der möglichen Evakuierungsmaßnahmen dort aufhalten möchten, sollen bitte einen Mund-Nasen-Schutz mitbringen. Die Unterkunft ist ab der Bekanntgabe einer möglichen Evakuierung geöffnet.

Zusätzlich wird ein Shuttle-Service für Betroffene zur Notunterkunft eingerichtet, der über das Bürgertelefon zu erreichen ist.

COVID-19 Patienten, Rückkehrer aus Risikogebieten und Personen, die unter häuslicher Quarantäne stehen sollen sich bitte unbedingt vorab an das Bürgertelefon wenden. Hier erfolgt eine gesonderte Unterbringung im Einzelfall.

Polizeimeldung / MF / LS