Neustadt an der Donau: Enkeltrick-Betrüger erbeuten sechsstelligen Betrag

Erneut haben die „Enkeltrick-Betrüger“ zugeschlagen – dieses Mal bei einem Renterehepaar in Neustadt an der Donau. Die Täter konnten einen sechsstelligen Geldbetrag erbeuten.

Am Donnerstag, 19.04.18, erhielt ein 78-jähriger Rentner gegen 16:45 Uhr einen Anruf einer weiblichen Person. Die Anruferin fragte zu Beginn des Gesprächs nur, ob der Rentner sie kennen würde. Dieser nannte den Namen „Nastja“ und war somit der Meinung, dass es sich um seine Enkelin handelte. Im Verlauf es Gesprächs bat die Anruferin um Geld, welches sie dringend für einen Notartermin zum Kauf einer Wohnung benötigen würde. Sie sei gerade in Ingolstadt und müsste den Notar sofort bezahlen, so die Anruferin. Der Rentner signalisierte der Anruferin, Bargeld zu Hause zu haben und vereinbarte mit der Anruferin einen Zeitpunkt zur Geldübergabe. Nach mehreren Telefonaten mit der angeblichen Enkelin kam gegen 17:45 Uhr eine bislang unbekannte männliche Person zur Wohnung des Rentnerehepaars und nahm das Bargeld entgegen.

Dieser kann lediglich vage beschrieben werden: Er war circa 175 cm groß, 35 Jahre alt, kräftige Statur und mit einer schwarzen Übergangsjacke bekleidet.

Die Kripo Landshut hat die weiteren Ermittlungen übernommen und bittet dringend um Zeugenhinweise. Wer hat am Donnerstag, 19.04.2018, zwischen 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Schwaigfeldringes in Neustadt a. d. Donau beobachtet? Hinweise werden erbeten an die Kriminalpolizeiinspektion Landshut, Tel. 0871/9252-0 oder jede andere Polizeidienststelle.

Das Polizeipräsidium Niederbayern warnt in diesem Zusammenhang erneut vor dieser Betrugsmasche und gibt Hinweise insbesondere für Angehörige von älteren Menschen:

  • Informieren Sie sich als Angehöriger über die Betrugsform „Enkeltrick“.
  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Verhaltensweisen, an denen man Betrüger und ihre „Maschen“ erkennen kann.
  • Helfen Sie ihrem Angehörigen dabei, ggf. Vornamen im Telefonbucheintrag abkürzen zu lassen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Ihren Angehörigen aufmerksam zu werden.
  • Bestärken Sie Ihren Angehörigen darin, einfach den Telefonhörer aufzulegen, wenn ein Anruf verdächtig erscheint. Anschließend sollte die Polizei über 110 verständigt werden.
  • Hinterlassen Sie bei Ihrem Angehörigen Ihre Erreichbarkeit. So kann er Sie im Zweifel schneller erreichen.
  • Wirken Sie darauf hin, dass ihr Angehöriger keine größeren Geldbeträge oder Wertgegenstände zuhause aufbewahrt.
  • Wenn Ihr Angehöriger zu Hause Opfer eine Betrugsstraftat wurde: Unterstützen Sie ihn dabei, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.

 

pm/MB