Nach umstrittener Scheuer-Äußerung: Kritik auch in CSU

Korrektur: Die umstrittene Äußerung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer lautete einem Mitschnitt zufolge: «Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben.»

Verschiedene Medien, darunter auch die Deutsche Presseagentur hatten Scheuer wiederholt mit den Worten zitiert: «Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier - als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los.» 

 

In der CSU wird Kritik an Generalsekretär Andreas Scheuer laut wegen einer umstrittenen Äußerung über abgelehnte Asylbewerber. «Wir müssen Obacht geben, dass wir, wenn wir konservative Wähler wollen, nicht die kirchlichen Wähler verprellen», sagte der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag). Der langjährige CSU-Landtagsfraktionschef Alois Glück warnte vor einem «gefährlichen Entfremdungsprozess» zwischen der CSU und sozial engagierten Bürgern. Er höre immer öfter von in der Flüchtlingshilfe engagierten Katholiken, sie wüssten nicht mehr, wem sie bei der nächsten Landtagswahl in Bayern ihre Stimme geben sollten. «Die Gesamtpartei leidet immer wieder unter der Sprache einiger ihrer Akteure», fügte Glück hinzu.

Bild: So hatte sich der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs auf Facebook geäußert

 

 

Seehofer spricht von Missverständnis

CSU-Chef Horst Seehofer bezeichnete die Debatte über Scheuers Aussage als «Missverständnis». «Ich kann aus den Äußerungen des Generalsekretärs nicht entnehmen, dass er sich gegen die Kirchen oder Sportvereine gewandt hat und deren Arbeit oder auch nicht gegen die Arbeit der ehrenamtlichen Bevölkerung», sagte er im oberfränkischen Kloster Banz.

dpa/MF