Nach Niederlage in Bayreuth: Die Saison für den EVR ist beendet

Auch Stunden nach Abpfiff ist es für die Regensburger Kufencracks kaum zu glauben. Nach einer starken Leistung in Bayreuth und im Halbfinale ist für die Irwin-Schützlinge Schluss.

Über 900 Regensburger waren mit nach Franken gereist, um alles dafür zu geben, dass die Serie ausgeglichen werden kann. Bei den Gastgebern kehrte Julian Bädermann zurück ins Tor, dafür musste aber Johannes Feuerpfeil krankheitsbedingt passen. Wie gewohnt waren außerdem Sebastian Mayer und Michal Bartosch nicht im Aufgebot. Die Gäste mussten auf Barry Noe (Gehirnerschütterung) und Andreas Pielmeier (Herzprobleme) verzichten. Verteidiger Kevin Schmitt ging außerdem stark angeschlagen in die Begegnung.

Vor ausverkaufter Hütte, 4.565 Zuschauer passen in den Tigerkäfig in Bayreuth, startete der EVR stark und absolut unbeeindruckt. Der erste gut ausgeführte Angriff führte auch sofort zum Torerfolg. Nur 44 Sekunden benötigte Peter Flache, um nach Zuspiel von Kapitän Billy Trew zum 1:0 aus EVR-Sicht zu treffen. Danach übernahmen die Oberpfälzer sofort das Zepter und setzten die Bayreuth Tigers enorm unter Druck. Diese hatten aber scheinbar am Freitagabend den Eishockeygott auf ihrer Seite. Christopher Kasten zog in der 4. Spielminute unmittelbar vor der Mittellinie ab und traf damit überraschend zum 1:1-Serienausgleich. Regensburgs Torsteher Cody Brenner, der nach eigener Aussage den Schuss nicht sah, machte dabei natürlich keine gute Figur und sollte im Normalfall diesen Schuss parieren. Es zeigte sich aber, dass Doug Irwin seine Mannen gut eingestellt hatte und so spielten diese weiterhin ihren Stiefel runter. Dafür wurden die Gäste auch belohnt, als Daniel Stiefenhofer nach einem harten Stähle-Schuss im Nachschuss zum 2:1 im Powerplay traf (16.). Mit dieser enorm wichtigen Führung ging es auch in die erste Pause.

Abschnitt zwei begann wie die ersten zwanzig Minuten. Der EVR war druckvoll und tonangebend. Der nächste Treffer ließ ebenso nicht auf sich warten und erneut schlug Peter Flache zu. Trew und Flache lieferten eine unglaubliche Leistung über die ganzen Playoffs ab und so war es kein Wunder, dass die beiden erneut in einer Co-Produktion das 3:1 besorgten (26.). Bei den Bayreuth Tigers war dieses Tor ein wahrer Wirkungstreffer und die Mannen von Sergej Waßmiller mussten sich kurz sammeln. Früher als erwartet schaffte der EHC aber den Anschluss. Andreas Geigenmüller durfte jubeln, als Cody Brenner erneut einen eher harmlosen Schuss nicht festhalten konnte (29.). Noch vor der zweiten Sirene gelang den Gastgebern auch der Ausgleich. Bis dato war die Stimmung der heimischen Fans eher verhalten, doch als Marcus Marsall das 3:3 im Powerplay in Minute 36 besorgte, kochte zum ersten Mal der angekündigte Hexenkessel. Anspannung pur vor dem Schlussabschnitt. Wer würde den nächsten wichtigen Treffer erzielen und wer jubelt am Ende? Lange neutralisierten sich beide Teams und wenn mal eine Schussmöglichkeit zu vernehmen war, griffen beide Torsteher souverän ein. Trotz allem war erneut der EVR optisch überlegen, doch es fehlte immer das letzte Quäntchen Glück, um die Partie zu entscheiden und ein fünftes Spiel in Regensburg zu erzwingen. Die letzte dicke Möglichkeit hatte Peter Flache in der 57. Spielminute, als er allein vor Julian Bädermann auftauchte, aber die Scheibe über das Tor beförderte. Somit musste bereits zum dritten Mal im vierten Vergleich die Verlängerung entscheiden.

Die Bayreuth Tigers zeigten schon in den Schlussminuten, dass sie konditionell am Krückstock gehen und auch in der Verlängerung war das deutlich zu erkennen. Regensburg war nicht nur bei fünf gegen fünf sondern auch bei vier gegen vier das bessere Team. Das einzige Problem: Der siegbringende Treffer wollte einfach nicht fallen. Das Team aus der Domstadt hatte in den Zusatzminuten Chancen für fünf weitere Spiele. Bayreuth hatte dagegen in dieser Phase wirklich das Glück auf seiner Seite und wie so oft im Sport wird mangelnde Chancenverwertung bestraft. Erneut war es Fedor Kolupaylo, der den Unterschied machte. Der junge Russe narrte mit einer Einzelleistung die EVR-Abwehr und ließ Cody Brenner im Gäste-Gehäuse keine Chance. Sein Tor zum 4:3-Endstand und Seriengewinn in der 77. Spielminute feierte der Stürmer nicht gerade auf die feine englische Art. Eine abfällige Geste in Richtung der Regensburger Mannschaftsbank hinterließ einen faden Beigeschmack am Freitagabend.

Den Beitrag zur Partie gibt’s am Sonntagabend in „Sonntag aktuell“ ab 18:00 auf TVA.

Das Saisonaus arbeiten wir morgen Abend im Kneitinger Sportstudio ab 18:30 nochmal gemeinsam mit Doug Irwin auf.

EVR / ER