Nach Hochhausbrand: Herrmann lässt Brandgefahren überprüfen

Nach der Brandkatastrophe in einem Hochhaus in London hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erste Schritte zur Überprüfung insbesondere der energetischen Gebäudesanierung eingeleitet. Unter anderem habe das Ministerium Kontakt zu Vertretern der Feuerwehr aufgenommen und sie um Stellungnahme aus fachlicher Sicht gebeten, teilte Herrmann auf Anfrage in München mit.

«Mir geht es hier insbesondere um die Überprüfung, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung bei Häusern unter 22 Meter Höhe eine zusätzliche Brandgefahr auslöst und ob es bei unseren einschlägigen Vorschriften und deren Umsetzung Handlungsbedarf gibt.»

Bis 22 Meter Höhe reichen die Einsatzgeräte der Feuerwehr; höhere Gebäude gelten als Hochhäuser. Hier könnten nur über das Gebäudeinnere Menschen gerettet und Brandherde gelöscht werden.

Zudem seien die bayerischen bauordnungsrechtlichen Regelungen speziell für Hochhäuser überprüft worden. Seit den 1950er Jahren gelte, dass die Außenwände aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und mindestens zwei Treppenhäuser als Rettungswege bestehen müssen.

«Wir werden genau verfolgen, was die Ermittlungsergebnisse in London ergeben werden», sagte Herrmann. Bei dem Brand vor knapp zwei Wochen starben mindestens 79 Menschen. Das Feuer breitete sich über die Fassadenverkleidung aus. Er habe keine Sorge, dass so etwas bei einem Hochhaus in Bayern passieren könne. «Nicht umsonst haben wir in Bayern strenge Brandschutzvorschriften. Alle Behörden im Ausland, die uns bisher dafür belächelt haben, sollten ihre eigene Gesetzgebung jetzt überdenken.»

dpa/MF