Mordprozess gegen Zahnärztin – Zeugen berichten von zerrütteter Ehe

Der Mordprozess gegen eine Zahnärztin vor dem Landgericht Regensburg ist heute fortgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft der 61-Jährigen vor, ihren Ehemann im November 2018 in der gemeinsamen Villa in Laberweinting (Landkreis Straubing-Bogen) aus Habgier erdrosselt zu haben. Ihrem Verteidiger zufolge beruft sich die US-Amerikanerin auf Notwehr. Heute haben weitere Zeugen ausgesagt

Mit dem Gärtner hat im Regensburger Mordprozess gegen eine Zahnärztin ein wichtiger Zeuge ausgesagt. Womöglich könnte der Mann beim Abtransport der Leiche des Opfers geholfen haben. Dies wies der via Telefon aus England dem Landgericht zugeschaltete Zeuge am Montag entschieden zurück. Die Angeklagte muss sich wegen der Tötung ihres Ehemannes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus Habgier vor, die Frau beruft sich auf Notwehr.

Neben dem Gärtner sagten die Gefängnispsychologin sowie weitere Zeugen aus. Sie berichteten unter anderem von der zerrütteten Ehe der Angeklagten. Zumindest in den Monaten vor der Tat soll es Schwierigkeiten gegeben haben, wie eine Mitarbeiterin der Ärztin sagte. Auch die Psychologin gab an, die Angeklagte habe ihr von Eheproblemen erzählt.

Was genau sich in der Tatnacht im November 2018 in der Villa in Laberweinting abgespielt hat, ist noch unklar. Die Leiche des Mannes war in einem Wald in Tschechien nahe der Grenze zu Bayern gefunden worden – nackt und ohne Zähne, was die Identifizierung des Opfers erschwerte.

Den Erkenntnissen nach erdrosselte die US-Amerikanerin ihren aus Großbritannien stammenden Ehemann mit einem Folterwerkzeug, einer Garrotte. Bei der Polizei gab sie später an, ihr Mann habe vielmehr sie töten wollen und sie habe sich gewehrt und dann ihn umgebracht.

Dies schilderte sie auch der Psychologin gegenüber. Diese sagte aus, die Angeklagte habe ihr von einem «Kampf auf Leben und Tod» berichtet. Die Leiche habe sie nach Tschechien gebracht, weil sie davon ausgegangen sei, «hinter dem eisernen Vorhang» würde diese nicht gefunden werden, sagte die Angeklagte laut Gutachterin.

Eine Angestellte der Zahnärztin sagte aus, sie habe miterlebt, wie diese von ihrem Ehemann in ihrer Praxis niedergemacht worden sei. Es sei schockierend gewesen. Schriftlich verlas einer der Richter den Vernehmungsbericht eines Handwerkers, der in der Villa häufig tätig war. Auch dieser gab an, die Spannungen zwischen den Eheleuten mitbekommen zu haben, ebenso der Gärtner und dessen Ehefrau.

Die Angeklagte hat zwei Töchter aus erster Ehe, die die Verhandlung verfolgen. Auch zahlreiche Zuhörer kommen zu den Prozessterminen, unter ihnen Nachbarn aus dem niederbayerischen Wohnort der Angeklagten. Der Prozess dauert an.

 

dpa

 

Unser Bericht zu Prozessbeginn: