Michail Gorbatschow erhält Brückenpreis der Stadt Regensburg

Eine 14-köpfige Regensburger Delegation mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs an der Spitze wird im März nach Moskau reisen, um Michail Gorbatschow den Brückenpreis der Stadt Regensburg zu überreichen.

 Bereits am 29. Oktober 2015 hatte der Stadtrat beschlossen, den Brückenpreis der Stadt Regensburg an Michail Gorbatschow, den ehemaligen Staatspräsidenten der Sowjetunion zu verleihen. Damit werden die Verdienste Gorbatschows für das Zusammenwachsen der Völker in Mittel- und Osteuropa sowie sein Anteil an der Wiedervereinigung Deutschlands gewürdigt. Da es Gorbatschow aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, nach Regensburg zu reisen, wird Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ihm diese Auszeichnung persönlich in den Räumen der Gorbatschow-Stiftung in Moskau überreichen.

 Hintergrund:

Michail Gorbatschow

Michail Sergejewitsch Gorbatschow wurde am 2. März 1931 als Sohn eines russischen Vaters und einer ukrainischen Mutter in Priwolnoje in der Region Nordkaukasus geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Lomonossow-Universität in Moskau arbeitete er zunächst als Mähdreschermechaniker in einer Kolchose. Seine politische Karriere begann mit dem Eintritt in die KPDSU im Jahr 1952. Gefördert von Juri Andropow, dem späteren Generalsekretär der KPDSU und Staatsoberhaupt der Sowjetunion, wurde Gorbatschow 1970 Mitglied im Obersten Sowjet und gleichzeitig auch Mitglied des Zentralkomitees der KPDSU.

 Nach dem Tod von Regierungschef Tschernenko im März 1985 wurde Gorbatschow zum Generalsekretär der KPDSU ernannt. Das unter seiner Federführung geschlossene Abkommen zur Beseitigung aller Mittelstreckenraketen galt weltweit als historischer Durchbruch der Entspannungspolitik zwischen West und Ost. 1990 garantierte er einem vereinten Deutschland die volle Souveränität und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit, mit der Verkündigung des Endes des Warschauer Paktes im Jahr 1991 läutete er gleichzeitig auch den Zerfall der Sowjetunion ein. Glasnost (Offenheit in der Staatsführung) und Perestroika (Modernisierung des politischen Systems)  lauteten die Schlagworte seiner Amtszeit, die in die Geschichte eingingen.

 Brückenpreis der Stadt Regensburg

Den Brückenpreis hat der Stadtrat im Jahr 1995 aus Anlass des Jubiläums „750 Jahre Stadtfreiheit“ gestiftet, um Persönlichkeiten und Institutionen mit überregionaler Bedeutung auszuzeichnen, die sich im besonderen Maße dafür eingesetzt haben, Grenzen oder Gegensätze politischer, nationaler, wissenschaftlicher, sozialer, kultureller oder religiöser Art zu überbrücken.

 Bis dato wurde der Brückenpreis an den ehemaligen Außenminister der Republik Polen, Prof. Władysław Bartoszewski (1995), den ehemaligen Regierenden Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Hans Koschnik (2004), den ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Havel (2006), sowie die beiden Brüder Dr. phil. Bernhard und Dr. jur. Hans-Jochen Vogel (2010) verliehen.

PM/LH