Mehr Sicherheit: Ergänzende Schutzmaßnahmen auf der Walhalla

Anfang September war ein 65-jähriger Mann nach einem Sturz auf der Walhalla ums Leben gekommen. Ein paar Wochen später ist eine 67-jährige Frau dort mehrere Meter in die Tiefe gestürzt und wurde dabei schwer verletzt. Trotz dieser tragischen Unfälle innerhalb kürzester Zeit wird es auf der Walhalla keine Geländer geben – aus Denkmalschutzgründen. Die Bayerische Schlösserverwaltung will aber zusätzliche Schutzmaßnahmen durchführen. 

Die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer hatte den Bayerischen Staatsminister Albert Füracker um eine Prüfung gebeten. Reichen die bestehenden Schutzmaßnahmen aus oder sind weitere Sicherheitsmaßnahmen notwendig?

Nach Aussagen des Ministeriums soll die Walhalla, entsprechend einem einstimmigen Landtagsbeschluss vom 12. November 1981, der unverändert gilt, in ihrer jetzigen Form aus Denkmalschutzgründen ohne Schutzgeländer erhalten werden. Die Walhalla wurde dementsprechend bereits von der „Rückseite“ barrierefrei erschlossen. Für Besucherinnen und Besucher ist es damit möglich, das Gebäude über eine seitliche Rampe ohne die Benutzung der Treppen zu erreichen.

Zusätzlich machen große Warnschilder an den Zugängen zur Walhalla die Besucherinnen und Besucher darauf aufmerksam bei der Besichtigung des historischen Denkmals besonders achtsam zu sein. An den betreffenden Stellen sind außerdem Bodenstreifen angebracht, die auf die Treppen- und Terrassenkanten deutlich hinweisen und von Besucherinnen und Besuchern nicht übertreten werden sollen.

„Die Anbringung von Geländern würde den Charme des imposanten Denkmals sehr beeinträchtigen“, erklärte Stierstorfer. Auch ein Vorschlag, regelmäßige Lautsprecherdurchsagen in mehreren Sprachen an der Walhalla durchzuführen, wird nach Aussagen des Ministeriums nicht aufgegriffen. Dies könnte die Aufmerksamkeit der Besucher zwar erhöhen, es kann aber auch die Tendenz der „Abstumpfung“ bestehen. Ferner müsste die akustische Belastung aufgrund des Schutzgebietscharakters der naturnahen Umgebung mit dem Naturschutz abgestimmt werden, heißt es in dem Schreiben aus dem Ministerium.

Um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher an der Walhalla dennoch zu erhöhen, wird die Bayerische Schlösserverwaltung nach Aussagen des Ministeriums weitere ergänzende Schutzmaßnahmen durchführen:

  • So werden zusätzliche kleine Warntafeln direkt am Beginn der jeweiligen baulichen Verkehrswege aufgestellt.
  • Zusätzlich werden die weißen Bodenlinien im Kontrast zum Natursteinuntergrund noch prägnanter durch schwarze Begleitlinien an den Rändern gestaltet.
  • Außerdem wird auf dem weißen Grund aller etwa 10 cm breiten Streifen eine sich wiederholende, dreisprachige (deutsch, englisch, französisch) schwarze Warn-Beschriftung angebracht.

 

„Mit diesen Maßnahmen werden die Gefahrenstellen noch besser sichtbar und helfen hoffentlich, weitere tragische Unglücksfälle zu vermeiden“, ist sich die Abgeordnete sicher.

PM Sylvia Stierstofer/MB