Malteser ziehen nach G7-Gipfel Bilanz

Die Helfer der Malteser sind mittlerweile vom Einsatz auf dem G7-Gipfel zurückgekehrt und berichten in einer Pressemitteilung von der Arbeit vor Ort:

Insgesamt nahmen beim G7 Gipfel rund 1.500 Helferinnen und Helfer der verschiedenen Hilfsorganisationen, die meisten davon ehrenamtlich, teil.

Obwohl die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe erst am 7. und 8. Juni auf Schloss Elmau tagten, begann der Einsatz für einige der 22 Malteser aus Regensburg schon wesentlich früher.

Nachdem die Führungsmannschaft am 01.06. an der Unterkunft im Werdenfels-Gymnasium in Steinach eintraf, um sich eine Führungsstelle einzurichten und um die notwendigen Vorbereitungen für die Ankunft der Einheiten am nächsten Tag zu treffen, begann nach der Erkundung der Örtlichkeiten das Warten auf die unterstellten Einsatzeinheiten.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit Ausbildung und Übungen z.B. zur Versorgung von Patienten, nach Tränengas/Pfefferspray-Einsatz durch die Polizei oder durch andere Chemikalien, welche auf Seiten von gewaltbereiten Demonstranten zum Teil eingesetzt werden.

Weitere Ausbildungsthemen waren Deeskalation, nichtärztliche Vorsichtung bei einem Massenanfall von Verletzten, aber auch allgemeine Themen wie Kartenkunde oder eine dynamische Patientensimulation. Diese freiwilligen Schulungen wurden mehrmals angeboten und von den rund 350 am Werdenfels-Gymnasium stationierten Kräften nahmen 280 Helfer interessiert und engagiert teil.

Der große Demo-Zug am Samstag führte direkt am Werdenfels-Gymnasium vorbei, so dass die Regensburger Einheiten mitten im Geschehen waren. Schnell nahmen die sog. „Demosanitäter“ (also der Sanitätsdienst der Demonstranten) Kontakt mit den Einheiten des Malteser Hilfsdienstes auf, um diese auf ihre Probleme (zu wenig Trinkwasser, Kreislauf) aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu erhalten. So wurden dann z.B. mit Hilfe der Polizei auf der Demonstrationsstrecke Wasserausgabestellen organisiert, im weiteren Verlauf vorsorglich Einheiten abgerufen und im Stadtgebiet als „mobile Sanitätsstation“ positioniert.

Das aufziehende Unwetter beendete die Demonstration dann früher als geplant, lies aber die Planungen für eine mögliche Evakuierung des „Camp Loisach“ und eine anschließende Betreuung bei der Kontingentführung anlaufen, bis der Campbetreiber frühzeitig bekannt gab, dass keine Evakuierung notwendig bzw. gewünscht sei.

Am Sonntag setzten die Demonstranten den am Vortag angekündigten „Sport- und Wandertag für Polizisten“ in die Tat um und veranstalteten spontan in kleinen Gruppen Sitzblockaden, was wiederrum zur Anforderung von Einheiten und auch einer Führungskraft zur Lageerkundung führte. Am Montag entspannte sich die Lage mit der Abreise der Staatsgäste, und es wurde mit dem Rückbau des Werdenfels Gymnasiums begonnen, da die Abverlegung für Dienstag, 09.06. um 08.00 Uhr von der Einsatzleitung freigegeben wurde. Der Rückbau wurde unter Hochdruck durchgeführt, da bereits am Mittwoch wieder für 900 Schüler des Gymnasiums der reguläre Schulbetrieb laufen musste.

Insgesamt wurden rund um das Gipfeltreffen 358 Patienten durch 1.500 Helfer mit 352 Einsatzfahrzeugen versorgt.

Fotos: Malteser Hilfsdienst e.V.

Pressemitteilung/MF