LKW-Kontrolle auf A3: Beamten entschärfen „rollende Zeitbombe“

Die Autobahnpolizeistation Parsberg berichtet von einer Fahrzeugkontrolle am Samstag (19. Dezember). Bei dieser wurde ein türkischer Lastzug unter die Lupe genommen. Dabei kamen einige gravierende Verstöße zu Tage. Der Fahrer war offenbar an manchen Tagen 19 oder sogar 20 Stunden auf der Straße unterwegs, hatte in einem Fall nur 50 Minuten Ruhezeit. Die Beamten konnten den 40-Tonner des Fahrers aus dem Verkehr ziehen, ehe durch die Übermüdung des Mannes ein Unglück passieren konnte.

Der Polizeibericht

Am Samstag, 19.12.2020, gegen 21:00 Uhr, kontrollierten zwei Beamte der Autobahnpolizeiinspektion Parsberg einen türkischen Lastzug auf der A 3 in Fahrtrichtung Regensburg, kurz nach der Anschlussstelle Velburg. Der 54jährige Fahrer war auf dem Weg von Deutschland in die Türkei. Geladen hatte er frisches Gemüse. Bei der Kontrolle staunten die Beamten nicht schlecht, denn beim Herunterladen der Lenkzeiten von der Fahrerkarte stellte sich heraus, dass der Fahrer die zurückliegenden 29 Tage jeden Tag sein Fahrzeug gelenkt hatte.

An die vorgeschriebenen Pausen und Ruhezeiten hielt er sich dabei nur selten. Insgesamt konnten 38 gravierende Verstöße gegen die Sozialvorschriften festgestellt werden. Unter anderem hatte der Fahrer seine Tageslenkzeit, die maximal 10 Stunden betragen darf, mehrmals auf 19 und sogar 20 Stunden erweitert. Offenbar zum Ausgleich reduzierte er die vorgeschriebene tägliche Ruhezeit von 11 Stunden stark, in einem Fall sogar auf nur 50 Minuten. Die ebenfalls vorgegebene Wochenruhezeit von 45 Stunden am Ende einer Lenkzeitwoche hielt er ebenfalls überhaupt nicht ein. Zusammengefasst ergaben die Verstöße ein Bußgeld von fast 9.000,- EUR, das so nun an das für den Bußgeldbescheid zuständige Bundesamt für Güterverkehr weitergeleitet wird.

Aber auch der türkische Unternehmer muss mit einem empfindlichen Bußgeld im fünfstelligen Bereich rechnen, da er verpflichtet ist, die Touren seiner Fahrer so zu planen, dass die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden können. Natürlich waren die Beamten aber heil froh, dass sie den 40-Tonner aus dem Verkehr zogen, bevor aufgrund der Übermüdung des Fahrers ein Unglück passieren konnte.

Polizeimeldung / MF