Landkreis Regensburg: „Polderkonzept alles andere als wasserdicht“

Die Polder sind ein großes Thema für viele Bürger in Bayern. Aber auch die Politik beschäftigt sich damit. Der Landratsabgeordnete der Freien Wähler Tobias Gotthardt hat sich jetzt zu Wort gemeldet.

Hier die ausführliche Presseerklärung des Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt (FREIE WÄHLER) zur Veröffentlichung des Polder-Grundwassermodells durch das Umweltministerium:

„Ich habe immer gesagt: Wir Poldergegner scheuen keine fachliche Prüfung – unsere Position ist faktenbasiert. Das heute vom Umweltministerium veröffentlichte Grundwassermodell bestätigt – so weit ich es in seinem Umfang aufs Erste erfassen kann – meine, unsere Position: Das Polderkonzept bei Eltheim und Wörthhof ist alles andere als wasserdicht. Ein Ansteigen des Grundwasserspiegels von bis zu vier Metern, in Teilbereichen über die Geländeoberfläche spottet jeder Verhältnismäßigkeit.

Schäden, die den betroffenen Abschnitten der Staatsstraße 2146 und der A3 auf Dauer drohen, sind heute noch gar nicht absehbar. Bei derart hohem Grundwasseranstieg leichtfertig von einer technischen Machbarkeit mit Unsicherheiten zu sprechen, kann niemanden zufrieden stellen. Schon gar nicht Ministerpräsident Markus Söder, der – wie sein Vorgänger Seehofer – ein Ende des Projekts bei Nachteilen für die Bevölkerung vor Ort versprochen hat. An diesem Wort ist er zu messen.

Für mich endet das heute veröffentlichte Gutachten bei der Erkenntnis, die seit Beginn vollkommen richtig und faktenbasiert im Koalitionsvertrag steht: Das Flutpolderkonzept werden wir ohne die Standorte Bertoldsheim und Eltheim/Wörthhof weiterverfolgen.

Mein wiederholter Appell: Beenden wir die Debatte um den Phantom-Polder – investieren wir jetzt endlich und massiv in konkrete, dezentralen Hochwasserrückhalt und effektives Staustufenmanagement. Unser Ziel ist und bleibt das hochwasserfreie Bayern – da geht zwischen uns und die Niederbayern kein Blatt Papier. Tun wir etwas, jetzt, in der Fläche – das Grundwassergutachten lädt noch einmal in für mich erstaunlich klarer Sprache dazu ein.“