Prozess: „Von Recht Gebrauch gemacht, Ehefrau zu töten“

Heute beginnt am Amtsgericht in Regensburg der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Laaber. Der Angeklagte hatte im November 2015 seine Frau aus Eifersucht erwürgt.

 

 

Die Verhandlung wurde bis 9:30 Uhr unterbrochen, der Angeklagte wird momentan auf die Verhandlungsfähigkeit von einem unabhängigen Gutachter untersucht.

Um 09:40 Uhr wird die Sitzung fortgesetzt - der Angeklagte ist laut dem Sachverständigen verhandlungsfähig.

Der Angeklagte macht keine Angaben zur Tat, die Verhandlung wurde erneut unterbrochen, um 10:30 Uhr wird der erste Zeuge vernommen.

10:35 Uhr: Die Sitzung wird fortgesetzt - momentan wurden bereits 2 Polizeibeamte als Zeugen vernommen, gerade wird versucht, den Tatvorgang zu klären und die Verhaltensweise des Angeklagten nach der Tat zu analysieren.

 

"Von Recht Gebrauch gemacht, Ehefrau zu töten"

 Laut Anklage war er davon überzeugt, dass seine 26 Jahre alte Ehefrau und Mutter seiner drei Kinder ein Verhältnis mit einem anderen Mann hatte. Im vergangenen November soll der Mann dann seine Ehefrau in deren Schlafzimmer erwürgt haben.

Nach der Tat war der damals 31-Jährige in Begleitung seiner dreijährigen Tochter zur Polizei gegangen und hatte sich gestellt. Ein Vernehmungsbeamter berichtete am Montag, dass der Ehemann dabei gesagt hatte: «Ich habe von meinem Recht Gebrauch gemacht, meine Ehefrau zu töten.»

 

Was in der Tatnacht geschah:

Der Angeklagte unterstellte seiner Ehefrau ein Verhältnis mit einem Iraker und wollte diese in der Tatnacht zuerst zur Rede stellen und bei Bestätigung seiner Vermutungen seine Ehefrau aufgrund des Ehebruchs umbringen. Der Mann wartete einige Zeit vor dem Wohnhaus der Ehefrau mit ihren drei Kindern, bis wirklich alle schliefen und betrat anschließend das Haus. Er begab sich ins Schlafzimmer, wo seine Ehefrau und die drei Kinder bereits schliefen. Nachdem der Iraker das Handy seiner Frau kontrolliert hatte und der Verdacht des Ehemanns bestätigt wurde, begann der Angeklagte, seine schlafende Ehefrau in Tötungsabsicht zu würgen. Durch die Schreie dieser wurden auch die Kinder wach, der Vater forderte die Kinder auf, das Zimmer zu verlassen, was die Kinder dann taten.
Die Frau gestand nun, dass sie Kontakt zu einem Mann im Irak hat, welcher nach Deutschland kommen möchte - die Ehefrau wollte sich von ihrem bereits getrennt lebenden Mann scheiden lassen und mit dem im Irak lebenden Mann zusammenleben.
Der Angeklagte würgte seine Frau, bis er dachte, dass sie tot sei. Beim Verlassen des Raums merkte er, dass sie noch atmet, ging zurück und beendete seine Tatabsicht.
Anschließend ging er zu seinen Kindern und verließ in den frühen Morgenstunden mit ihnen das Haus. 

 

Laaber: Iraker ermodet Ehefrau - Haftbefehl erlassen

 

Einige Stunden nach der Tat kam der 31-jährige Iraker zur Polizeiinspektion Regensburg Süd und teilte den Beamten mit, dass er seine Frau getötet habe.

An der von dem Mann genannten Adresse in Laaber entdeckten Einsatzkräfte in einem Einfamilienhaus die 26-jährige tote Ehefrau des Mannes. Der dringend Tatverdächtige wurde noch am selben Tag von Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg vernommen und legte ein Geständnis ab. Er räumte ein, seine Ehefrau in den frühen Morgenstunden des 16.11.2015 getötet zu haben. Als Motiv nannte er Eifersucht.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Regensburg Haftbefehl gegen den 31-Jährigen wegen Mordes. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Obduktion des Leichnams, die im Institut für Rechtsmedizin der Universität Nürnberg/Erlangen durchgeführt wurde, ergab, dass die Frau durch massive Gewalteinwirkung gegen Kopf und Körper verstarb.

Geschehen ist die Tat in einer dezentralen Asylbewerberunterkunft am Burgberg in Laaber.

 

 

MB