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Kurioses 2018: Worüber Bayern schmunzeln mussten

Viele Meldungen sind schlechte Nachrichten – von Toten, Schäden und viel Leid. Doch immer wieder bergen gerade Polizeiberichte Grund zum Schmunzeln. Eine Auswahl der kuriosen Meldungen des zu Ende gehenden Jahres aus Bayern:

 

HIER BITTE NICHT DEM NAVI VERTRAUEN: Weil das blinde Vertrauen auf das Navigationsgerät nahe Ebersdorf (Landkreis Coburg) wegen einer neuen Verkehrsführung schon zu Geisterfahrten auf der Autobahn 73 und zu Unfällen geführt hat, haben Polizei und Bauamt eine Warntafel aufgebaut mit der Botschaft: «Nicht nach Navi fahren!» Früher musste man von der Bundesstraße 303 aus links auf die A73 Richtung Coburg abbiegen. Seit Ende 2017 muss man jetzt rechts abbiegen.

WER SICH SELBST EINE GRUBE GRÄBT: Ein Bauarbeiter hat sich in der Oberpfalz mit einer Schneidemaschine selbst den Betonboden unter den Füßen weggeschnitten und ist ein Stockwerk tief gefallen. Er krachte im Mai samt Maschine rund drei Meter in die Tiefe und wurde verletzt. Die Baustelle war in einer alten Schule in Pösing (Landkreis Cham).

UNBEKANNTES FLUGOBJEKT: Einem 22-jährigen Autofahrer ist im Januar in Niederaichbach (Landkreis Landshut) ein Dönerspieß entgegengeflogen. Der prallte gegen Kühlergrill und Stoßstange des Wagens. Woher das ungewöhnliche Geschoss kam, war schnell geklärt: Ein Kleinlaster hatte den Spieß verloren. Es blieb ein Schaden von rund 500 Euro.

DELIKATES URTEIL: Wegen einer geklauten Kalbsleber hat das Münchner Amtsgericht im Januar einen Mann zu einer Geldstrafe von 208 000 Euro verurteilt. Der Angeklagte hatte zugegeben, vier Mal Kalbsleber im Wert von 13 bis 47 Euro in Obsttüten umgepackt zu haben, um sie an einer Selbstbedienungskasse als billigeres Produkt abzurechnen. Laut Gericht verfügt der Kaufmann über monatliche Einkünfte von mindestens 24 000 Euro, was bei der Bemessung der Strafe zugrunde lag.

RABIATER GAST: Weil ihn der Türsteher nicht in eine Kneipe ließ, geriet ein 25-Jähriger in Regensburg so in Rage, dass er kurzerhand in die Fensterscheibe des Lokals gesprungen ist. Das Glas ging zu Bruch. Der Mann aber landete bei dem Vorfall im Oktober über Nacht im Polizeigewahrsam statt an der Theke.

FALSCH VERBUNDEN: Ohne Führerschein und betrunken hat ein 16 Jahre alter Autofahrer die Polizei während seiner illegalen Spritztour um und durch München per Telefon auf dem Laufenden gehalten. Dreimal wählte er im Januar die Notrufnummer und plauderte über seine Aufenthaltsorte und den nicht vorhandenen Führerschein – in der Annahme, mit seinem Vater zu telefonieren.

FALSCHER ALARM: Nachbarn und Rettungskräfte vermuteten einen Rauchmelder-Alarm durch einen Zimmerbrand – dabei piepste nur der Wecker: In Coburg hatte ein Mann im Januar vergessen, seinen Wecker abzustellen, und seine Wohnung verlassen. Als der Digitalwecker losging, verständigten Nachbarn die Feuerwehr.

VERDÄCHTIGES FRÜCHTCHEN: Einer verdächtigen Avocado hat die Münchner Polizei im Juni nachgespürt. Die Kundin eines Discounters hatte sich bei den Beamten gemeldet, weil sie «einen Gegenstand» entdeckt hatte, aus dem ein Draht herausragte. Die Polizisten gingen anhand der Schilderungen von einer Sprengvorrichtung aus. Auf dem Revier sezierten sie dann die Frucht und konnten Entwarnung geben.

ÜBER NACHT HEIMATLOS GEWORDEN? Unbekannte haben im Februar über Nacht die Ortsschilder von Perwolfing, Walting, Niederrunding und Lederdorn im Landkreis Cham vertauscht. Die Polizei mutmaßte, das könnte ein verspäteter Faschingsscherz oder das Ergebnis einer Wette sein.

KURZE PROZESSE: Weil sich ihre Drohne in einem hohen Baum verfangen hat, wollten zwei Touristen im April aus Skandinavien eine Fichte nahe Marktoberdorf im Allgäu mit einer Handsäge fällen. In Kitzingen wiederum fehlte im Mai auf einer Baustelle Kies, woraufhin sich Arbeiter kurzerhand an einem Spielplatz bedienten.

VERFANGEN: Während ihr Auto in einer Waschanlage gereinigt werden sollte, wollte sich eine Frau im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber in das Fahrzeug setzen. Sie rutschte beim Einsteigen jedoch aus und ihr Fuß wurde in der noch offenen Autotür eingeklemmt. Da die Waschanlage nicht zurückgefahren werden konnte, musste die Feuerwehr die Frau aus ihrer misslichen Lage befreien. Eine Mitarbeiterin hatte den Unfall im April bemerkt und die Anlage zwischenzeitlich gestoppt.

DUMM GELAUFEN: Eigentlich wollte der Putzmann im April in der Polizeidienststelle im unterfränkischen Lohr am Main nur seine Arbeit machen, doch stattdessen landete er in einer Zelle. Als routinemäßig die Personalien überprüft wurden, kam heraus, dass nach einem Ladendiebstahl gegen den Mann ein Haftbefehl vorlag.

UNGEWÖHNLICHER FANG: Statt eines Fisches hat ein Mann in Karlskron (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) ein Auto geangelt. Ein Kran brachte den Wagen im Mai an Land. Nach damaligen Angaben der Polizei gab es Anzeichen für eine illegale Entsorgung.

FLUCHT VORM SAUGER: Ein automatischer Staubsauger hat einen Jugendlichen in München Ende Mai in Angst und Schrecken versetzt und einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der 16-Jährige war alleine zuhause, als er kurz vor Mitternacht verdächtige Geräusche aus einer anderen Etage hörte und in der Annahme, dass gerade Einbrecher im Haus waren, aus einem Fenster im zweiten Stock in den Garten sprang. Er rettete sich zu einem Nachbarn, der die Polizei rief. Die Beamten konnten schnell entwarnen: Sie fanden einen festgefahrenen Saugroboter.

EINBRECHER MIT BISS: Ein Einbrecher hat im Juli in einer Gaststätte in Thierstein (Landkreis Wunsiedel) zwei Pizzen gebacken, einen Kaffee gemacht und einen Cognac getrunken. Danach suchte der Täter durch ein Fenster das Weite.

NICHT NUR GUTES KOMMT VON OBEN: Das Auto eines Mannes in Passau ist mit mehreren Hundert Litern Gülle geflutet worden. Auf der Gegenspur hatte ein Traktorfahrer im Juli wegen Arbeiten am Straßenrand abbremsen müssen. Dabei öffnete sich eine Luke des Gülle-Anhängers und bis zu 300 Liter der stinkenden Biomasse ergossen sich über die Fahrbahn und durchs offene Fenster in den Innenraum des Autos.

SCHLECHTES VERSTECK: Als die Polizei einen Verdächtigen in seiner Wohnung in Graben bei Augsburg festnehmen wollte, versteckte dieser sich im September wenig einfallsreich: hinter einer Couch. Leichtes Spiel für die Beamten, die auch noch Drogen und Waffen fanden.

ALLER ABSCHIED FÄLLT SCHWER: Mit Klebeband hat sich eine Oktoberfest-Besucherin selbst an eine Trage gefesselt, um noch ein wenig länger auf der Sanitätswache bleiben zu können. Das berüchtigte Festbier hatte der 21-Jährigen so sehr zugesetzt, dass sie im Sanitätsbereich aufgepäppelt werden musste. Als ihr Freund, der sich rührend um sie kümmerte, zwei Stunden später mit der Frau von der Wache aufbrechen wollte, begann sie bitterlich zu weinen und griff als Protest zum Klebeband. Letztlich überwand sie sich dann doch und stürzte sich mit ihrem Freund erneut in den Wiesn-Trubel.

 

dpa