Kulmbach: Betrügerischer Schlüsseldienst zockt Frau ab

Mit einer in Bayern verbreiteten Masche hat ein betrügerischer Schlüsseldienst eine junge Frau in Kulmbach abgezockt. Wie die Polizei in der Nacht auf Dienstag mitteilte, hatte sich die Frau aus ihrer Wohnung ausgeschlossen und im Internet einen Schlüsseldienst gefunden, der aus ihrer Gegend zu stammen vorgab. Dessen Mitarbeiter erschienen jedoch erst nach eineinhalb Stunden an ihrer Tür. Fürs Öffnen – einige Minuten Arbeit – verlangten die beiden Männer 430 Euro, mehr als dreimal so viel wie zuvor am Telefon ausgemacht. Die Frau zahlte. Eine Rechnung erhielt sie nicht.

Diese Masche beobachten Polizisten in Bayern nach eigenen Angaben mehrmals pro Monat. «Leute suchen im Internet nach Schlüsseldiensten und dort wimmelt es nur so von Betrügern», sagte ein Polizeisprecher. «Denen geht es um Wucher.» Meist würden die Abzocker sich als lokale Unternehmer ausgeben. Auf den Internetseiten sei dann aber nicht klar, wer dahinter steckt. Es fehle eine Anschrift und zur telefonischen Kontaktaufnahme seien 0800-Nummern angegeben.

Bezahlen Opfer solch betrügerische Dienste bar, sei das Geld meist weg, sagt der Polizeisprecher. Im Fall der jungen Frau aus Kulmbach ist die Polizei jedoch hoffnungsvoll: «Sie bezahlte mit ihrer EC-Karte. Da können wir herausfinden, wer hinter dem Empfängerkonto steckt.»

 

dpa