Krankenhaus Barmherzige Brüder: Gold-Zertifikat für Hygiene

Nahezu alles, was wir mit unseren Händen anfassen, ist mit Keimen behaftet. Diese sind für das Auge unsichtbar, stellen aber insbesondere für Menschen mit Immunschwäche oder chronischen Erkrankungen  eine  Gefahr dar. Über eine halbe Million Menschen erkranken jährlich an sogenannten nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen. Weil die Hauptüberträger der Erreger die Hände sind, ist die Händehygiene die wichtigste Präventivmaßnahme zur Vermeidung solcher Infektionen.

„Patientensicherheit wird im Krankenhaus Barmherzige Brüder groß geschrieben. Wir haben uns deshalb an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“ beteiligt und viel unternommen, um Krankenhausinfektionen vorzubeugen “, erklärt Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler.

Für diese nachweisbar gute Hygienequalität hat nun das Krankenhaus mit der Klinik St. Hedwig das Gold-Zertifikat verliehen bekommen. In Bayern haben für 2017 erst zwei, bundesweit nur 17 Krankenhäuser diese Auszeichnung erhalten. „Viele Patienten haben große Angst, sich eine Infektion im Krankenhaus zu holen“, erklärt Dr. Kestler. „Der Erhalt dieser Auszeichnung bestätigt uns nicht nur, dass wir für die Sicherheit unserer Patienten viel erreicht haben, sondern ist zugleich ein großes Lob an all unsere Mitarbeiter, die sich in Sachen Hygiene sehr engagieren.“

Vor circa drei Jahren begann das Krankenhaus, umfangreiche Maßnahmen in die Wege zu leiten, um dieses Ziel zu erreichen. Die Projektverantwortung hat Privatdozent Dr. Andreas Ambrosch, leitender Arzt des Krankenhausinstituts für Labormedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene. „Gute Hygiene ist Teamarbeit und liegt zugleich in der Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters“, betont Dr. Ambrosch. „Denn die Anforderungen dieser Zertifizierung zu erfüllen, ist nur möglich, wenn sich jeder Mitarbeiter engagiert und das eigene Hygieneverhalten verbessert.“

Das Team um Dr. Ambrosch besteht aus sechs Hygienefachkräften, die in Vollzeit eine zweijährige Ausbildung absolviert haben. Zusätzlich haben in jeder Fachklinik mindestens ein Arzt sowie eine Pflegekraft eine Zusatzausbildung im Bereich Hygiene. Gemeinsam mit den Hygienefachkräften, den hygienebeauftragten Ärzten und Pflegekräften kümmern sich über 90 Mitarbeiter um alle Aufgaben der Krankenhaushygiene.

Die Ausstattung aller Stationen mit Desinfektionsmittelspendern wurde nochmals verbessert und auf Basis des Desinfektionsmittelverbrauchs ermittelte das Hygieneteam die Händedesinfektion pro Patient und Tag. Neben der Erfassung und Auswertung hygienerelevanter Daten gehört die sogenannte Compliance-Beobachtung zu den weiteren Aufgaben und ist ein zusätzliches Kriterium der Zertifizierung. Die Hygienefachkräfte beobachten dabei das Hygieneverhalten aller Mitarbeiter auf Station und geben anschließend in einer gemeinsamen Besprechung Feedback.

Ein anderer wichtiger Schritt war die Umstellung des Schulungskonzepts. Der Frontalvortrag im Hörsaal wich Fortbildungen mit kleineren Teilnehmergruppen, die Theorie und Praxis miteinander verbinden. Mittlerweile wurden im Krankenhaus Barmherzige Brüder die jährlich stattfindenden Hygieneschulungen  auf über 150 erhöht, was bedeutet, dass wöchentlich im Krankenhaus mehr als zwei Fortbildungen zum Thema Händehygiene stattfinden. Ein jährlicher Aktionstag im Krankenhaus, an dem neben den Mitarbeitern auch Patienten und Angehörige teilnehmen können, rundet das Anforderungsprofil der Zertifizierung ab. Hierbei kommt zum Beispiel die sogenannte „Bluebox“ zum Einsatz. Diese enthält eine spezielle UV-Lampe, die die Qualität der durchgeführten Händedesinfektion aufzeigt.

„Ohne das große Engagement all unserer Mitarbeiter hätten wir diese Auszeichnung nicht erreicht“, freut sich Dr. Ambrosch. „Die Zertifizierung bedeutet einen großen Erfolg im Kampf gegen nosokomiale Infektionen.“

Pressemitteilung/MF