Kloake als Sensationsfund

Die Ausgrabungen am Komplex des ehemaligen Karmelitenhotels sind abgeschlossen. Im Januar wurde hier schon ein kleines Bronzepferd aus den Tagen des Römerkastells Castra Regina gefunden. Bei der Begehung des Komplexes erklärte Dr. Silvia Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege heute: „Wir haben bei den Ausgrabungen noch etwas Besonderes gefunden: Einen zwei Meter breiten und fünf Meter tiefen, begehbaren Graben. Das war wahrscheinlich der Abwasserkanal, die Kloake, in der Abfall und Abwasser vom Römerkastell in die Donau abgeleitet wurde. Das war vorher noch nicht bekannt.“ Das Besondere an der Baustelle auf dem Areal des ehemaligen Karmelitenhotels war auch, dass es seit den 70er Jahren kein so großes Areal innerhalb ehemaligen römischen Lagers untersucht werden konnte. „Wir haben viele Münzen oder Scherben von Gefäßen gefunden. Aber nicht die gegenständlichen Funde waren am interessantesten für uns. Vielmehr geben auch die Gesteinsschichten, Tierknochen oder Holzkohleteile Aufschluss über das Leben in den einzelnen Epochen“, so Codreanu-Windauer. Die Ausgrabungen waren gleich nach dem Abriss des Karmelitenhotels im November 2012 gestartet. Nach Abschluss der archäologischen Arbeiten beginnen jetzt die Bauarbeiten zu einem neuen Wohnungskomplex: Auf dem Areal des ehemaligen Karmelitenkomplexes werden etwa 130 neue Luxuswohnungen entstehen. Und das schnell: Im Oktober 2014 soll das Haus bezugsfertig sein.

JE, 03.04.2013