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Klinikärzte machen im Tarifstreit mit neuem Warnstreik Druck

An den kommunalen Krankenhäusern im Freistaat haben viele Ärzte heute gestreikt. Im Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern fordern sie nicht nur Lohnerhöhungen, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen. Dafür haben sie sogar Patienten warten lassen. 

Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Lebensqualität: Um ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck zu verleihen, sind zahlreiche Ärzte kommunaler Kliniken im Freistaat am Mittwoch in den Warnstreik getreten. Nach Schätzung der Polizei versammelten sich zudem rund 1500 Mediziner bei der zentralen Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz. „Die wollen zeigen, dass sie in diesem System sonst krank werden. Sie möchten so nicht weiterarbeiten“, erläuterte eine Sprecherin der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund.

Nicht nur Wartezeiten, sondern auch Operationen wurden verschoben

Durch den Warnstreik kam es für Patienten zu Wartezeiten, so manche Operation oder Untersuchung wurde verschoben. Zugleich war sichergestellt, dass Notfälle auf jeden Fall behandelt wurden, wie die Sprecherin versicherte. Schon im April hatten Ärzte bundesweit vorübergehend die Arbeit niedergelegt, seither gab es in Hamburg und Baden-Württemberg schon regionale Warnstreiks.

Die Verhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände waren Anfang Mai nach dreitägigen Gesprächen vertagt worden. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 55 000 Ärzte an kommunalen Kliniken unter anderem fünf Prozent mehr Geld, zwei arbeitsfreie Wochenenden im Monat und eine maximale Höchstbelastung mit Bereitschaftsdiensten. Die Arbeitgeber waren nach eigener Darstellung «sehr kompromissbereit». Die verbliebenen Punkte sollten in der nächsten Verhandlungsrunde am 21. Mai in Berlin gelöst werden.

„Es ist das erste Mal seit langem, dass wir uns in den Verhandlungen auf die Arbeitsbedingungen, auf die Arbeitsentlastung fokussiert haben“, erläuterte die Gewerkschaftssprecherin. Bei vielen Ärzten habe sich über Jahre hinweg der Unmut angesammelt. Im Schnitt 10 bis 20 Überstunden pro Woche, kurzfristig geänderte Dienstpläne, Nachtbereitschaften, in denen man fast nie zum Schlafen komme, seien nur einige der Kritikpunkte. «Gerade die jüngeren Kollegen wollen aus diesem System raus», erläuterte die Sprecherin.

 

 

Erstmeldung zum Streik:

Notfälle werden versorgt, doch alle anderen Patienten müssen sich auf Wartezeiten einstellen: An den kommunalen Krankenhäusern im Freistaat planen die Ärzte am Mittwoch einen neuen Warnstreik. Die Arbeit soll den ganzen Tag über ruhen, am frühen Nachmittag ist eine zentrale Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz geplant. Schon im April hatten mehr als 1000 Klinikärzte ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt, um im Tarifstreik mit den Kommunen Druck zu machen.

Die Verhandlungen zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände waren Anfang Mai vertagt worden. Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld und zwei arbeitsfreie Wochenenden im Monat. Es sei in einigen Punkten eine Annäherung erreicht worden, gebe aber noch offene Fragen, bilanzierte der Marburger Bund damals. Die Arbeitgeber waren nach eigener Darstellung «sehr kompromissbereit». Die verbliebenen Punkte sollten in der nächsten Verhandlungsrunde gelöst werden können.

 

Wer darf streiken?

Laut Marburger Bund dürfen alle angestellten Ärzte und Ärztinnen in kommunalen Krankenhäusern streiken. Ausgenommen sind dabei allerdings Chefärzte.

Ärzte in privaten, kirchlichen oder Uni-Kliniken dürfen nicht streiken, sind aber laut Gewerkschaft bei der Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz ab 13:00 Uhr trotzdem herzlich willkommen.

 

dpa/MF/MB