Kelheim: Anrufe durch angebliche „Microsoft-Mitarbeiter“

Die Polizeiinspektion Kelheim berichtet von zwei Betrugsfällen durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter. In beiden Fällen hatten Bürger am 4. August einen Anruf erhalten. In einem Fall war eine 38-Jährige das Ziel der Betrüger. Sie konnte die Betrugsmasche jedoch erahnen. Anders erging es einem 66-Jährigen, der um einen vierstelligen Betrag betrogen wurde.

Die Polizeimeldungen

Im ersten Fall erhielt eine 38jährige Frau am 04.08.2020 im Laufe des Vormittags zwei Anrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern. Es handelte sich jeweils um einen Mann und eine Frau, welche schlechtes Englisch mit einem indischen Einschlag sprachen. Die unbekannte Frau gab an, dass es angeblich einen Hackerangriff auf den PC der Geschädigten gab und sie nun über einen Fernzugriff Wartungsarbeiten an dem befallenen PC durchführen müsse. Die 38-Jährige ahnte jedoch, dass es sich hierbei um einen Betrugsversuch handeln könnte und legte auf. Somit entstand ihr auch kein Vermögensschaden.

In einem weiteren Fall meldete sich ebenfalls am 04.08.2020, ab ca. 12:00 Uhr ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter bei einem 66jährigen Kelheimer.  Er erzählte dem Geschädigten die gleiche Geschichte, wie bei der vorherigen Dame. Der Senior fiel darauf herein und ließ sich von dem unbekannten Mann Schritt für Schritt dazu anleiten, wohin er überall klicken bzw. welche Dateien er öffnen sollte. Der Fremde übernahm letztendlich die Kontrolle des PC’s, so dass er innerhalb der nächsten zwei Stunden sämtliche Accounts (PayPal, Amazon, Ebay, Bank, etc.) und Passwörter des Geschädigten erlangte. In dieser Zeitspanne erhielt der Senior auch immer wieder PIN-Codes auf sein Mobiltelefon, welche er an den unbekannten Täter weitergab. Zum Ende des Gespräches war der 66-Jährige um einen vierstelligen Eurobetrag betrogen worden.

Hinweis der Polizei

Von Seiten der Polizei erfolgt an dieser Stelle der Hinweis, dass es sich hierbei um eine Variante des Callcenterbetrugs handelt. Auch hier sitzen die Betrüger zumeist in Callcentern irgendwo im Ausland. Sie verfügen über entsprechende EDV-Kenntnisse und versuchen per Fernzugriff auf den PC oder Laptop ihrer Opfer zu gelangen. Hierzu schicken sie den Geschädigten oft eine E-Mail mit einer Datei im Anhang, welche anschließend installiert werden soll. Alternativ sollen die Geschädigten eine Datei aus dem Internet auf ihren PC laden. Bei beiden Varianten erlangen die Täter die Kontrolle über die Daten der Geschädigten sobald diese Datei installiert wurde. Im Gegensatz zu dem Enkeltrickbetrug bzw. den falschen Polizeibeamten sind hier nicht hauptsächlich Senioren Ziel der Täter. Im Falle der angeblichen Microsoft-Mitarbeiter kann jeder, der nicht genügend Vorsicht walten lässt zum Opfer werden.

Polizeimeldungen/MF