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Jubiläum: 150 Jahre Regensburger Domtürme

In diesem Jahr feiert Regensburg 150 Jahre Domturmvollendung: ein bedeutendes baugeschichtliches und geistliches Ereignis für die Stadt und das gesamte Bistum. Die Regensburger Domtürme, Wahrzeichen der Stadt Regensburg, sind für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann weit mehr als ein Beispiel monumentaler Baukunst.

Das Gedenken an die Fertigstellung verband sich am Sonntag mit dem Weihetag der Kathedralkirche. Nach einem Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer feierten die Regensburger am Domplatz ihr „Wahrzeichen“. Das Domfest war auch ein Fest des Dankes. Diesen sprach Bischof Voderholzer dem bayerischen Königshaus aus und begrüßte Herzogin Elisabeth und Herzog Max. Es war König Ludwig I., der früh seine Liebe zum Dom entdeckte und dessen Regotisierung förderte.

Dank galt auch dem bayerischen Staat, der für den Erhalt des Domes sorgt. Innenminister Joachim Herrmann, Regierungspräsident Axel Bartelt und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer waren unter der Mitfeiernden.

Beim Pontifikalamt zum Jubiläum '150 Jahre Vollendung der Regensburger Domtürme' sagte Herrmann, die Türme seien auch "stein gewordener Ausdruck dessen, wozu christlicher Gemeinschaftssinn und gelebtes Miteinander fähig sind". Insgesamt gebe der Freistaat Jahr für Jahr rund 25 Millionen Euro für den Erhalt und die Renovierung von Kirchengebäuden aus. Allein für den staatseigenen Regensburger Dom stehen jedes Jahr rund eine Million Euro zur Verfügung.

Der Minister erinnerte daran, dass zehn Jahre lang unzählige helfende Hände an den Domtürmen arbeiteten, ehe sie im Jahr 1869 fertig wurden. Seither seien sie nicht nur zum Wahrzeichen der Stadt, sondern zu einem des gesamten Bistums geworden. Herrmann gratulierte allen Regensburgerinnen und Regensburgern zum Jubiläum dieser großartigen Gemeinschaftsleistung, die die Türme darstellen. Die Regensburger Domtürme würden auch symbolisieren: "Wenn wir Christen an einem Strang ziehen und zum Lobpreis Gottes unser Bestes geben, wachsen die Türme buchstäblich in den Himmel."

 

Bischof Rudolf Voderholzer: „Der Dom ist Europa in Regensburg“

„Der Dom ist Europa in Regensburg“, sagte Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt und knüpfte damit an das Motto des diesjährigen Bürgerfestes „Regensburg in Europa“ an, das zur selben Zeit in der Stadt stattfand. Dabei sei Europa nicht zuerst eine geografische oder wirtschaftliche Größe, betonte er, „sondern eine geistig-geistliche“.

Ein wesentlicher Ausdruck dieses Europas sei der Kunststil der Gotik, die von Frankreich ihren Ausgang nahm, sich binnen weniger Jahrzehnte verbreitete und nicht zuletzt auch den Regensburger Dom und seine vor 150 Jahren vollendeten Türme prägt. Ob in Chartres, Prag, Kaschau, Mailand, Canterbury oder Köln, so zählte Bischof Voderholzer auf, überall sei es „derselbe Ausdruck des Glaubens an die dem menschlichen Geist innewohnende Kraft der Selbstüberschreitung des Geistes auf die Wirklichkeit Gottes zu und der Glauben an das Entgegenkommen Gottes in der Menschwerdung seines Sohnes“.

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Gerade in einer Zeit, in der die Brandkatastrophe von Notre-Dame de Paris noch allen präsent vor Augen steht, sei der Blick und die Aufmerksamkeit auf die Kathedralen in ganz Europa geschärft und die „Dankbarkeit intensiviert“, so Bischof Voderholzer.

Zum Abschluss des Pontifikalamts stimmte er das Te Deum an – eben so, wie es seiner Zeit Bischof Senestrey anlässlich der Fertigstellung der Domtürme getan hat.

 

Staatsminister Joachim Herrmann: „Der Dom ist dazu da, dass wir Gott verehren“

Längst sei der Dom zum Wahrzeichen Regensburgs geworden, sagte der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann. „Die großartigen Spitzen“ würden den Dom schon von weitem sichtbar machen. Mit Blick auf die enorme Bauleistung würdigte Herrmann die Kathedrale: „Ich gratuliere dem Bistum und der Stadt zu diesem Dom und zu diesem Jubiläum.“

Der Dom sei dem Freistaat „lieb und teuer“ und so gab Herrmann die Zusage, auch weiterhin für einen starken Bauunterhalt zu sorgen, „denn wir sind stolz auf den Regensburger Dom.“

Bischof Voderholzer dankte dem Innenminister für seine Worte, mit denen er auch ein Glaubenszeugnis verband. „Ich sage das als überzeugter Christ“, hob Herrmann an, „es ist wichtig, dass wir den Dom nicht nur als Baudenkmal betrachten, sondern er ist dazu da, dass wir Gott verehren, dass wir beten und dass wir als Christen unseren Auftrag in der Gesellschaft wahrnehmen.“

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Das schönste Foto von den Domtürmen

Anlässlich des Jubiläums gab es einen Fotowettbewerb. Gesucht wurde das schönste Bild von den Regensburger Domtürmen. Drei Gewinner wurden beim Domfest prämiert: Judith Schott, Robert Lepar und Karlheinz Huber, der den ersten Platz belegte. Seine Aufnahme zeigt eine Spiegelung der Domtürme auf der Wasseroberfläche der Donau.

Bischof Voderholzer überreichte den Gewinnern eine Nachbildung der Domkreuzblume aus Gipsguss. Auch den originalen Kreuzblumen können sie bald ganz nahe sein, denn Bischof Rudolf Voderholzer wird mit ihnen gemeinsam den Dom besteigen.

Auf den ersten Gewinner wartete noch eine besondere Auszeichnung. Die Aufnahme von Karlheinz Huber wird vergrößert und findet Platz in der Ausstellung „Zwei Türme für den König“ im Regensburger Diözesanmuseum St. Ulrich.

© Julia Wächter

 

 

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration / Bistum Regensburg