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Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz verliehen

Bayerns Integrationsministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Axel Bartelt verliehen den Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz im Spiegelsaal der Regierung. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration zur Verfügung gestellt. Der mit 2.000 Euro dotierte 1. Preis ging an die Stadt Neumarkt i. d. Oberpfalz und würdigte damit das „Das Café der Welt“ im Bürgerhaus der Stadt. Den mit 1.500 Euro dotierten 2. Preis erhielt die Schule am Mönchsberg in Hemau mit dem Schulmotto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die beiden dritten Preise, dotiert mit je 750 Euro Preisgeld, wurden an den Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer e.V. und an die Von-der-Tann-Grundschule (beide aus Regensburg) verliehen. Mit dem Integrationspreis würdigt die Regierung der Oberpfalz besondere Aktionen und Beiträge zur Förderung der Integration in der Region und knüpft an die Intension der Verleihung des Bayerischen Integrationspreises an

„Wir wissen, dass Integration in Bayern funktioniert und dass sie nur im Miteinander Erfolg hat. Als Oberpfälzerin freut es mich besonders, wie vielfältig die Integration täglich in der Oberpfalz stattfindet und gelebt wird. Das ehrenamtliche Engagement vor Ort ist dabei ein zentraler Schlüssel für gelingende Integration. Ich danke allen Bewerbern und natürlich unseren Preisträgern für ihr großes Engagement“, betonte die Ministerin.

„Die Preisträger sind Paradebeispiele für gelungene Integrationsarbeit in der Oberpfalz“, erklärte Regierungspräsident Axel Bartelt. Sie zeigen, dass jeder einzelne von uns auf ganz unterschiedliche Weise seinen Beitrag zur Integration leisten kann. „Sie haben das Wort `Integration` mit Leben erfüllt und den Einwanderern als Türöffner einen Weg in unsere Gesellschaft gezeigt. Sie haben dazu beigetragen, dass diese Menschen wieder Wurzeln entwickeln konnten und eine neue Heimat gefunden haben“, bedankte sich der Regierungspräsident bei den Preisträgern.

Axel Bartelt bedankte sich darüber hinaus auch bei allen übrigen Bewerbern für ihre kreativen und innovativen Ideen zum Thema Integration. Für die Jury sei es nicht einfach gewesen, unter den zahlreichen anerkennenswerten Bewerbungen die Preisträger auszuwählen.

Feierlich untermalt wurde die Verleihung des Integrationspreises durch Musikstücke der Schulbands der Clermont-Ferrand-Mittelschule, Klassen 5 – 6 und 7 – 9Ü, und einen Auftritt der Tanzschule Expressia.

 

 

Die Preisträger

1. Preis: Stadt Neumarkt i. d. OPf.

Eine bereits langjährige Einrichtung und mittlerweile ein fester Bestandteil ist im Bürgerhaus Neumarkt „Das Café der Welt“. Der beliebte Treffpunkt in der Stadt ist jeden Donnerstag von 9.00 – 10.30 Uhr für Einheimische und Bürger mit Migrationshintergrund geöffnet. Das Café der Welt fungiert als offener Treff zwischen unterschiedlichen Generationen unterschiedlicher Kulturen.

Gemeinsam werden hier abwechslungsreiche Programme bei einer Tasse Kaffee oder Tee geschmiedet und mitgebrachte, landestypische Knabbereien aus anderen Ländern der Erde probiert. Wenn sich dann die Café-Besucher im Gespräch austauschen und dadurch begegnen, werden die unterschiedlichen Kulturen und Bräuche im gelebten Alltag eines jeden Einzelnen sichtbar. Mit dem Gespräch gewinnt das Gegenüber an Konturen, Emotionen schärfen weiter das Bild und der Mensch gegenüber verliert an Fremdheit.

So ist es nicht verwunderlich, dass gemeinsame Ausflüge gemacht werden und der Treff Freundschaften hervorbringt, die über den Cafébesuch hinausgehen. Wenn sich jeden Donnerstag ca. 20 Personen im Café der Welt unterschiedlichen Alters und aus den verschiedensten Nationen treffen, so gilt nicht nur der Stadt Neumarkt, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen Dank und Anerkennung, sondern vor allem Frau Helga Göllner und Frau Gundel Deininger, die sich um die Organisation kümmern. Sie sind die Türöffner für gelebte Integration und ihr Projekt verdeutlicht vorbildlich, dass wir unsere Türen für die ankommenden Menschen öffnen.

 

 

2. Preis: Schule am Mönchsberg, Hemau

Die Schule am Mönchsberg in Hemau ist eine Grund- und Mittelschule mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, die aus über 15 verschiedenen Ländern kommen. Das Schulmotto lautet „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Mit dem ehemaligen Übergangswohnheim in Hemau, indem zunächst Spätaussiedler und Russlanddeutsche untergebracht waren, begann für die Schule die Zeit, dass auch Schüler aus anderen Kulturkreisen an die Schule kamen. Viele dieser Familien, die aus Russland, Kasachstan, der Ukraine stammten, sind inzwischen in der Umgebung ansässig geworden bzw. haben inzwischen selbst Familien gegründet, die sich sehr gut integrieren konnten. Dies ist auch mit ein starker Verdienst der Schule, für die Integration einen hohen Stellenwert hat und der sich in einer Vielzahl zusätzlicher Einzelprojekte zeigt. Das vielfältige Angebot der Projekte lässt spüren, dass der Fokus hier nicht auf den kulturellen Unterschieden liegt, sondern vielmehr bei den Gemeinsamkeiten und den Vorteilen der kulturellen Vielfalt.

Bei Projekten wie beispielsweise „Wir sind Deutschland“ oder „Gemeinsam geht es besser“ oder dem Projekt „Weltreise“ erarbeiten die Kinder gemeinsam Wissen über unterschiedliche Länder und Kulturen und lernen so den gemeinsamen Umgang miteinander.

 

 

Erster 3. Preis: Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer e.V., (a.a.a.)

Der Schwerpunkt des 1971 entstandenen Arbeitskreises liegt in der Basisarbeit Sprachförderung und Jugendarbeit. Bereits für eine ganze Generation ehemaliger „Gastarbeiter“ wurde damit der Weg zu einem friedlichen kulturellen Miteinander geebnet und den jungen Menschen der Start in Ausbildung und Berufsleben erleichtert. Die Bedeutung der Sprachkompetenz als Schlüsselrolle für Erfolg und Anerkennung hat der a.a.a. früh erkannt und setzt diese Ziele vorbildlich um.

Der Verein wurde 2012 bereits ausgezeichnet und hat sich dieses Jahr mit einem Projekt zur Gesellschaftlichen Teilhabe von Mädchen und Frauen mit Ein- und Zuwanderungshintergrund beworben.

An dem Projekt nehmen Frauen verschiedenen Alters mit Ein- und Zuwanderungshintergrund, mit unterschiedlichen Aufenthaltsstatus, verschiedenen Bildungsabschlüssen teil. Es sind verheiratete und ledige, alleinerziehende und Frauen mit Familie, die sich bei gemeinsamen Unternehmungen, Ausflügen und Besichtigungen austauschen. Für Schülerinnen werden demnächst extra Workshops in Berufen organisiert, die auch einmal geschlechteruntypisch sind, wie zum Beispiel aus den Bereichen der sogenannten Mint-Fächer. Das sind die Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Die Aktivitäten werden gemeinsam geplant: dazu gehören Stadtführungen, gemeinsame Museumsbesuche, Selbstbehauptungskurse für Frauen, Bowlingabende, Frauensprechstunden in den Vereinsräumen, Frauencafe mit Austauschtreffen und Wanderungen im Regensburger Umland.

Wichtiger Projektbestandteil ist zudem die Information der Öffentlichkeit zur Situation von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund durch das Angebot und die Durchführung von Veranstaltungsreihen.

 

Zweiter 3. Preis: Von-der-Tann-Grundschule, Regensburg

Die Grundschule Von-der-Tann bewarb sich mit dem außergewöhnlichen und außertourlichen Projekt „SPRING – Deutsch lernen durch Sprechen und Singen“. Die Konzeption des Projekts basiert auf der Überlegung, dass der Erwerb der deutschen Sprache mit dem Hilfsmittel Musik leichter fällt.

Zustande gekommen ist das Projekt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Musikpädagogik der Universität Regensburg von Herrn Professor Dr. Magnus Gaul.

Spracherwerb ist ein interaktiver Wachstumsprozess bei dem die Ausdrucksfähigkeit und Verstehenskompetenz gefördert wird. Mit einer durchdachten Methodenvielfalt, wie starkes Gestikulieren der Lehrer, werden die Kinder motiviert. Dabei ist die Musik ein wunderbares Transportmittel, um das Innere der Kinder rasch zu erreichen, Hemmungen in der Sprachanwendung abzubauen und sprachliche Muster unverkrampft zu trainieren. Erfahrungsgemäß singen selbst traumatisierte Kinder ab dem ersten Tag die Lieder und Sprechstücke mit Körpereinsatz aktiv mit, weil jedes Kind – egal aus welchem Land – ein Gefühl für Ton und Takt mitbringt. Sie lieben es, sich zur Musik zu bewegen. Musikhören und das eigene Musizieren fördert die Gehirnentwicklung und somit auch die kommunikativen Fähigkeiten, die Grundlage für den Spracherwerb sind.

Nebenbei wird dadurch auch das Sozialgefüge unter den Schülern sehr positiv beeinflusst. Die Kinder empfinden sich als Gemeinschaft, unabhängig davon, was sie an Vorsozialisierung mitbringen.

Pressemitteilung/MF