IHK Regensburg: Wie der Handel mit USA und China weiter läuft

Die Corona-Krise stellt auch den Außenhandel der Unternehmen in der Oberpfalz vor große Herausforderungen. Wie läuft der Handel mit den USA und China in dieser Zeit weiter? Der IHK-Ausschuss International diskutierte über die aktuelle Lage im Auslandsgeschäft. 

Bei einer virtuellen Sitzung diskutierten die Unternehmerinnen und Unternehmer im Ausschuss International der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim über die aktuellen Herausforderungen der Außenwirtschaft. „Steigende Transport- und Logistikkosten sowie die strengen Grenzregime stellen für Ostbayerns Exportwirtschaft eine Herausforderung dar. Trotz allem manövriert sich der heimische Außenhandel gut durch die Corona-Krise“, fasste Ausschussvorsitzender Thomas Hanauer die Diskussion zusammen. Mit den USA und China standen zwei für Ostbayern extrem wichtige Märkte im Fokus – hier berichteten Experten aus dem AHK-Netzwerk. „In China und in den USA ist viel passiert in jüngster Zeit, und das hat Auswirkungen auf unser Geschäft mit diesen beiden Ländern“, so Hanauer.

 

Alles besser unter Biden?

Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für bayerische Unternehmen. Trotz Corona gibt es bei den Unternehmen in den USA wieder viel Optimismus. Für Ende des Jahres erwarten die Experten im Land, dass die US-Wirtschaft wieder Vorkrisenniveau erreicht. Dazu mehrt die breit angelegte Impfkampagne die Hoffnung, dass in den USA in den nächsten Monaten wieder Normalität Einzug halten könne. Corona hat in den Vereinigten Staaten vor allem den innerstädtischen Einzelhandel und die Gastronomie stark getroffen, ebenso Luftfahrt und Automobilbranche sowie die daran hängende chemische Industrie. Der Lebensmittelhandel konnte durchwegs punkten. Das verarbeitende Gewerbe insgesamt und vor allem der Maschinenbau kamen gut durch die Krise. Für Elektromobilität und Erneuerbare Energien gibt es gute Chancen, hieß es im IHK-Ausschuss.

Bei all dem ist auch die Wirtschaftspolitik der Biden-Administration stark auf das Inland gerichtet. Ostbayerns Wirtschaft begrüßt jedoch die Wiederbelebung der transatlantischen Beziehungen. „In den USA könnte nun eine Politik der kleinen Schritte wieder hin zu mehr Freihandel über dem Atlantik kommen“, so Hanauer.

 

China-Geschäfte laufen trotz Corona gut

China ist den USA ein mindestens ebenbürtiger Konkurrent geworden. „Die USA sind heute schwer zu betrachten, ohne den Blick auf China zu richten“ sagte Thomas Hanauer. Der Handelskrieg zwischen beiden Ländern indes wirkt sich nicht allzu stark auf die ostbayerische Exportwirtschaft aus – denn diese betreibt in erster Linie direkten Handel mit China oder hat dort investiert. Beim neuen chinesischen Exportkontrollgesetz bleiben aus Sicht der Firmen noch viele Fragen offen. Erfreulich sehen die Unternehmen den Stand um das EU-China-Investitionsabkommen. Es befindet sich auf der Zielgeraden und verspricht für deutsche Unternehmen positive Effekte.

China war deutschen Mittelständlern in den letzten Jahrzehnten auch ein guter Partner für neue Geschäfte, weil man gut miteinander konnte. „Für den deutschen Mittelstand ist durch die Corona-Krise der persönliche Kontakt ins Land weggebrochen. Das schränkt die Möglichkeiten für Geschäftsanbahnungen derzeit massiv ein“, beobachtet Hanauer. Geschäftsreisen sind ins Reich der Mitte wohl nicht vor Mitte 2022 möglich. Dennoch hätten Deutsche und Chinesen auch in der Corona-Krise gute Geschäfte miteinander gemacht. Wer zuvor schon in anderen Bereichen der Konsumgüterindustrie einen chinesischen Partner hatte, der habe vonseiten seiner chinesischen Geschäftspartner sehr schnell etwa Angebote für medizinische Schutzausrüstung oder Hardware fürs Homeoffice bekommen.

 

 

Umfrage: Trübe Aussichten beim Außenhandel

Die bayerische Exportwirtschaft hat ihre Geschäftsaussichten für das laufende Jahr deutlich reduziert, ergibt die Umfrage „Going International“ des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Auch für Ostbayern müssen die Unternehmen ihre zu Jahresbeginn noch verhalten positiven Prognosen zurückfahren.

„Der Corona-Schock, internationale Handelskonflikte und Reisebeschränkungen schmälern die weltweiten Absatzchancen der heimischen Exportwirtschaft. Hinzu kommen vor allem in Ostbayern die temporären Grenzschließungen als massive Hürde“, fasst der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Dr. Jürgen Helmes, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

74 Prozent der befragten Unternehmen im IHK-Bezirk berichten hier von eklatanten Problemen. „Die Sorge treibt viele Unternehmen vor allem beim Blick auf ihre grenzüberschreitenden Lieferketten um“, beobachtet Helmes.

Mehr als die Hälfte der Umsätze in der Region wird im Export erwirtschaftet – noch. Immerhin die Entwicklung in den USA, wo wieder Signale zu mehr transatlantischem Freihandel abgesendet werden und in China, mit welchem trotz Corona-Pandemie die Geschäfte gut laufen, stimmen die Firmen optimistischer als noch vor einem Jahr, bei der letzten Umfrage. A

n der Umfrage „Going International“ hatten sich rund 450 bayerische Unternehmen aus der Exportwirtschaft beteiligt, darunter Maschinenbau, chemische Industrie, Großhandel und Dienstleister.

Alle Ergebnisse der Umfrage unter www.ihk-regensburg.de/goinginternational2021

 

 

IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim