IHK: Leitlinien zu Stadt- und Umlandentwicklung beschlossen

Standortpolitische Themen strukturierten die Sommervollversammlung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Der langjährige IHK-Standort-Experte und stellvertretende Hauptgeschäftsführer Josef Beimler verabschiedete sich mit einer pointierten Rede.

In Josef Beimlers Betrachtung der Verbundregionen wie den Metropolregionen Nürnberg oder München verdichteten sich 30 Jahre berufliches Engagement für die IHK und die Beschäftigung mit der Frage: „Wie kann ein Standort die Leuchtkraft der Nachbarregionen einfangen, die Chancen der Metropolen nutzen, und dennoch die eigenen Stärken des Wirtschaftsraumes weiterentwickeln?“ Beimlers Rede verdeutlichte den marktwirtschaftlichen Denkansatz des Volkswirts.

Thomas Genosko (40) wird Josef Beimlers Nachfolger in der Funktion als Leiter der IHK-Abteilung für Standortpolitik, Innovation und Umwelt. Der Diplom-Volkswirt zeigte auf, welche Faktoren aus Sicht der Wirtschaft für eine nachhaltige und integrierte Stadt-Umland-Entwicklung wichtig sind. Genosko plädierte für ein Denken in Regionen. Vielerorts ginge es schlichtweg darum, Wachstum zu managen. „Das schafft eine Kommune nicht immer allein“, erklärt Genosko.

„Wir brauchen Lösungen, die ineinandergreifen und die bestmögliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und Fachkräfte vor Ort bieten. Wirtschafts-, Verkehrs- und Lebensräume sind längst über kommunale Grenzen hinausgewachsen“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes fest.

 

 

In Regionen denken

Die IHK-Vollversammlung folgte dieser modernen raumplanerischen Auffassung und verabschiedete die IHK-Leitlinien zu einer nachhaltigen und integrierten Stadt- und Umlandentwicklung. Das Papier bildet künftig eine Grundlage für die Arbeit in den IHK-Gremien Weiden, Schwandorf, Kelheim, Amberg, Neumarkt, Cham und Regensburg. Wer diese Arbeit ehren- oder hauptamtlich begleitet, weiß wie stark Städte und Gemeinden unter Druck stehen und um Unternehmen, Arbeitskräfte und Investitionen konkurrieren. Moderne Wirtschaftsstandorte müssen in der Lage sein, Unternehmen und ihren Mitarbeitern ein adäquates Umfeld bieten zu können.

In der Praxis sieht das in Zukunft vielleicht so aus: Zwei Nachbargemeinden werben gemeinsam um einen Betrieb mit 500 Arbeitsplätzen. Das Areal des einen Orts reicht nicht aus, also engagiert sich auch die angrenzende Gemeinde für die Ansiedlung des Betriebs, um so einen optimalen Standort bieten zu können. Gleiches ist denkbar, um Unternehmen, die Erweiterungen planen, am Standort halten zu können.

Auch für die touristische Vermarktung einer Region gibt es Anknüpfungspunkte zwischen einer Stadt und ihren Umlandgemeinden. Das Werben  einer Region für Fachkräfte kann gemeinsam geschehen. Gerade ländlich geprägte Räume mit rückläufigen Bevölkerungszahlen stellt die Nahversorgung vor eine Herausforderung. Hier sind gemeinsame Einzelhandels- und Nahversorgungkonzepte gefragt.

Pressemitteilung/MF