IHK: Konjunktur in der Region zeigt sich robust

„Der niedrige Ölpreis hat unser Geschäft beflügelt“, freut sich Stefan Rödl, Geschäftsführer der Rödl Energie in Neumarkt, mit Vertretern fast aller Branchen. Für Heizöl zahlen Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr nur noch die Hälfte. Das ist ein Grund für die positive Konjunktur. Die Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zählt zu Jahresbeginn 47 Prozent zufriedene Unternehmerinnen und Unternehmer. 67 Prozent rechnen damit, dass die gute Geschäftslage in den nächsten Monaten anhält.

Als weiteren Grund für die gute Konjunktur führt die IHK-Umfrage das anhaltend niedrige Zinsniveau an. Im Chinageschäft der regionalen Betriebe gab es bisher keine Einbrüche und die Flüchtlingskrise hat zusätzliche konjunkturelle Impulse gesetzt, vor allem in der Bauwirtschaft, bei Busunternehmen und Sicherheitsdiensten. Die Kapazitätsauslastung in den Betrieben war im Umfragezeitraum so hoch wie seit 2012 nicht mehr. Der Auslastungsgrad liegt bei der Hälfte der Unternehmen am Limit. Das erfordert in vielen Betrieben Kapazitätserweiterungen und Investitionen. „Trotz der leichten Aufwärtsbewegung bei den Investitionen sind wir von einer Trendwende beim Investitionsklima weit entfernt“, warnt allerdings Josef Beimler, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.

 

Grenzkontrollen hindern

Das außenwirtschaftliche Engagement der Unternehmen bleibt stabil. Vor allem Industrieunternehmen planen Auslandsinvestitionen, davon geben 66 Prozent die Eurozone, 35 Prozent China und 24 Prozent Nordamerika als Zielregion an. Besonders Logistik und Transportunternehmen profitieren von der guten Wirtschafts- und Exportlage. „Wenn ich allerdings höre, dass wegen der Flüchtlingskrise wieder dauerhaft Kontrollen an den Grenzen durchgeführt werden sollen, fürchte ich, dass sich das schädlich auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken wird“, gibt Logistik-Unternehmer Manfred J. Fichtl von der Fichtl Unternehmensgruppe in Saal an der Donau zu bedenken. Das betreffe den gesamten EU-Binnenmarkt „und wird die deutsche Wirtschaft jährlich mehrere Milliarden Euro kosten, wenn LKWs stehen statt Waren zu bewegen. Handel und Logistik werden leiden", weiß Fichtl.

 

Starker Handel

Mit 67 Prozent rechnet die Mehrheit der Unternehmer in den nächsten Monaten mit einer unveränderten Geschäftslage. Zwar ist der Handel allgemein so optimistisch wie seit 2014 nicht mehr, doch sind die regionalen Unternehmen im Durchschnitt weniger euphorisch. Der Anstieg der Erwartungen ist eher als saisonaler Effekt einzelner Branchen zu sehen. Als größte wirtschaftliche Risiken nehmen die Unternehmen die Inlandsnachfrage und die politischen Rahmenbedingungen wahr. Bei allem Verständnis für die Flüchtlingskrise, die die Politik derzeit beschäftigt, erwarten die Unternehmerinnen und Unternehmer, dass wichtige Wirtschaftsthemen nicht dauerhaft von der politischen Agenda verschwinden.

 

Kaum Arbeitslose

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent erreichte der IHK-Bezirk 2015 einen historischen Tiefststand und einen bayerischen Spitzenwert. Vor allem Industrie- und Dienstleistungen stockten personell auf. Die Aussichten für den regionalen Arbeitsmarkt bleiben gut. Ein Fünftel aller Unternehmen im IHK-Bezirk will zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Es sind überwiegend kleine und mittlere Unternehmen in der Mitte und Süden des IHK-Bezirks. 43 Prozent der Befragten sehen die steigenden Arbeitskosten allerdings als wachstumshemmenden Faktor, darunter vor allem Industrie- und Tourismusbetriebe.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter:

https://www.ihk-regensburg.de/konjunkturbericht

 

Pressemitteilung IHK/MF