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Holzpreisverfall: Staatsforsten öffnen Nasslager für Waldbesitzer

Die bayerischen Staatsforsten wollen vom Verfall der Holzpreise betroffenen privaten und kommunalen Waldbesitzern helfen. Dazu öffnet der staatseigene Betrieb seine Nasslager, wie er am Dienstag mitteilte. Dort kann Holz über Jahre gelagert werden, um den aktuell niedrigen Preisen am Markt zu entgehen.

 

«Durch Dürre, Hitze, Sturmschäden und dem daraus resultierenden starken Borkenkäferbefall ist der Holzmarkt derzeit schwer gestört», erläuterte Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Hinzu kommen Schwierigkeiten durch die Corona-Krise. Dadurch könnten viele Waldbesitzer ihr Holz nur schwer oder zu sehr niedrigen Preisen verkaufen. «Für private Waldbesitzer geht es um die nackte Existenz», betonte Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbands.

Die Hoffnung ist, das Holz zu einem späteren Zeitpunkt besser verkaufen zu können. Eingelagert werden kann das Holz allerdings nicht durch einzelne Eigentümer, sondern nur gebündelt, zum Beispiel über die Waldbesitzervereinigungen.

Nasslager sind spezielle Lagerstätten, in denen das Holz künstlich beregnet wird. Das hat nach Angaben der Staatsforsten eine doppelte Wirkung: Zum einen trocknet das Holz nicht aus und reißt oder verfärbt sich nicht. Zum anderen können sich durch die Nässe keine Borkenkäfer in die geschlagenen Stämme einnisten und sie schädigen. Bis zu drei Jahre können die Bäume so werterhaltend aufbewahrt werden. Die Staatsforsten verfügen über eigene Nasslager für 1,4 Millionen Festmeter Holz. Dies soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Derzeit sind 9 der 21 Nasslager im Freistaat in Betrieb.

Ein Festmeter Holz ist die Menge an Holz, die – könnte man sie ohne Zwischenräume aufstapeln – einen Kubikmeter ergäbe. Sie hat also inklusive Zwischenräume ein Volumen von etwas mehr als einen Kubikmeter.

 

 

dpa