Herrmann: Urlaubsrückkehrer sind die aktuelle Corona-Herausforderung

In der Corona-Pandemie sind die Urlaubsrückkehrer aktuell die größte Herausforderung, denn die Rate der positiv getesteten Personen ist doppelt so hoch, als der Durchschnitt. Corona-Koordinator Florian Herrmann machte in diesem Zusammenhang deutlich, wie wichtig es ist, Reiserückkehrer auf das Coronavirus zu testen. 

Urlaubsrückkehrer sind derzeit nach Einschätzung des Corona-Koordinators der bayerischen Regierung, Florian Herrmann (CSU), eine der größten Herausforderungen in der Pandemie-Bekämpfung. Nach bisherigen Erkenntnissen betrage die Positiv-Rate der Tests bei Urlaubsrückkehrern 1,3 Prozent. Normalerweise liege der Durchschnitt zwischen 0,4 und 0,6 Prozent, sagte der Staatskanzleichef am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des bayerischen Landtags in München.

Herrmann machte erneut deutlich, wie wichtig ein frühes Testen von Urlaubsrückkehrern war. «Zwei, drei, vier Wochen Verzug wären nicht verantwortbar gewesen», sagte Herrmann. Er kritisierte Bundesländer mit Außengrenzen, darunter Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die in der Urlaubszeit keinerlei Tests für Heimkehrer angeboten hätten.

Die in den Testzentren vorgekommene Panne sei bedauerlich. Es sei aber auch richtig, dass 1200 Infizierte nicht hätten identifiziert werden können, wenn es die Testzentren nicht so schnell gegeben hätte. Wenn nicht getestet werde, halte er das für den größeren Grundfehler, sagte Herrmann mit Blick auf die Praxis in anderen Bundesländern.

Herrmann nannte Saisonarbeiter und den in wenigen Wochen bevorstehenden Schulbeginn in Bayern als weitere, bevorstehende Herausforderungen. «Das Problem ist, dass wir mitten in einer hochakuten Pandemie stecken», sagte Herrmann. Corona sei keineswegs vorbei, im Gegenteil. «Dieses Virus ist mitten unter uns und es hängt von unserem Verhalten ab, ob dieses Virus schweren Schaden anrichten kann oder nicht.»

 

dpa / MB