Haus der Musik: Finanzierung gewährleistet

„Kostensteigerungen sind natürlich nie erfreulich, aber beim Haus der Musik ist die Stadt in der guten Lage, dass wir die Gesamtkosten für dieses sozial und kulturell äußerst wertvolle Projekt nicht allein tragen müssen“, erklärt Oberbürgermeister Joachim Wolbergs im Zusammenhang mit einem Beschluss des Bau- und Vergabeausschusses, der vor kurzem weitere 384 000 Euro für den Umbau des einstigen Präsidialpalais´ am Bismarckplatz zum künftigen Haus der Musik freigegeben hat. Im Wesentlichen aufgrund nicht vorhersehbarer Auflagen, deutlich steigender Baupreise sowie zusätzlicher Technik wie der Wärme aus Abwasser sind die Gesamtkosten auf nun 7,5 Millionen Euro angestiegen.

Wolbergs verweist darauf, dass die Stadt nach jetzigem Stand für das Haus der Musik insgesamt rund 4,614 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturprogramms Welterbe, der Städtebauförderung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des kommunalen Finanzausgleichs sowie vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Bezirk Oberpfalz erhält. Das Theater Regensburg leistet einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 3,3 Millionen Euro für das Kinder- und Jugendtheater, das dem Haus der Musik als Neubau angegliedert ist. Diese Mittel wurden in den letzten Jahren gezielt für dieses Projekt angespart.

Es bleibt zudem abzuwarten, ob die staatlichen Fördergelder infolge der gestiegenen Baukosten noch erhöht werden: Die Stadt hat der Regierung der Oberpfalz jedenfalls die aktuell gestiegenen Baukosten für das Haus der Musik gemeldet.

 

„Das ist wirklich gut angelegtes Geld“

„Wir gehen davon aus, dass die nun feststehenden Mehrkosten die letzte Kostensteigerung beim Haus der Musik bedeuten“, sagt Wolbergs, und er verweist darauf, was Regensburg zum Jahreswechsel mit dem Haus der Musik bekommt: „Wir holen die musische Bildung von Kindern aus einer versteckten Altstadtgasse auf einen der schönsten und zentralsten Plätze unserer Stadt. Damit machen wir auch symbolisch deutlich, wie wichtig uns die kulturelle und musische Förderung unserer Kinder ist. Unser Theater wird mit einem eigenen, neuen Kinder- und Jugendtheater gestärkt, und zudem können die freie Musikszene und Vereine in Zukunft das Haus der Musik mitbenutzen. Es wäre schön gewesen, wenn wir keine Kostensteigerung erlebt hätten, aber dennoch ist das Geld, das wir für das Haus der Musik und für das neue Kinder- und Jugendtheater ausgeben, wirklich gut angelegt“, macht Wolbergs deutlich. Er verweist zudem darauf, dass das historisch bedeutende Gebäude für eine wichtige öffentliche Einrichtung genutzt wird.

Die Stadt geht davon aus, dass das Haus der Musik Ende 2014 seiner Bestimmung übergeben werden kann. In das Gebäude wird die städtische Sing- und Musikschule einziehen. Die dann zur Verfügung stehenden 21 Unterrichtsräume werden von insgesamt 1200 Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Hinzu kommen ein Konzertsaal mit 100 Zuhörerplätzen, ein Aufnahmestudio, ein Probensaal, ein Vereinssaal und ein weiterer Probensaal für den Cantemus-Chor. Das Tonstudio und diese Säle stehen Musikgruppen, Solisten und Vereinen zur Anmietung zur Verfügung. Im Foyer wird eine Ausstellung mit historischen Musikinstrumenten zu sehen sein, darunter ein restaurierter, wertvoller Flügel. Im Erdgeschoss wird ein öffentliches Café eingerichtet.

 

Gute Ausstattung, aber kein Luxus

Wolfgang Graef-Fograscher, der Leiter der Sing- und Musikschule, verweist darauf, dass „alles in diesem Haus stimmig sein wird. Es gibt eine gute Ausstattung und eine gute Technik, aber es gibt keinen Luxus.“ Mit dem Haus der Musik schaffe die Stadt nicht nur neue, attraktive Unterrichtsbedingungen für die Sing- und Musikschule, sondern auch „ein bisher nicht da gewesenes Angebot für Regensburger Musiker aller Richtungen und für das Regensburger Publikum“, erklärt Graef-Fograscher.

 

pm