Hasenpest im Landkreis Cham nachgewiesen – kranke Tiere nicht anfassen!

Bei einem kranken Feldhasen im Bereich Furth im Wald (Landkreis Cham) ist die Hasenpest nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt Cham am Donnerstag unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit.

Die Krankheit ist auch für Menschen ansteckend. Deswegen sollten sie den Kontakt mit kranken oder toten Tieren vermeiden und den zuständigen Jäger informieren. Die Symptome ähneln denen einer Grippe, die Krankheit wird mit Antibiotika behandelt. In diesem Jahr wurden laut LGL bis Ende Mai 19 infizierte Feldhasen in Bayern registriert.

Hasenpest ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die vor allem bei wildlebenden Nagern vorkommt und häufig zum Tod führt. Betroffene Tiere magern ab, haben struppiges Fell, einen schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Neben Hasen können sich Kaninchen, Mäuse, Ratten, Eichhörnchen und Vögel infizieren.

dpa

Die Mitteilung aus dem Landkreis Cham

Im Landkreis Cham im Bereich Lixenried wurde bei einem kranken Feldhasen durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der Erreger der Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen.

Der Krankheit ist eine Zoonose und somit für Mensch und Tier ansteckend. Hauptträger des Erregers, eines Bakteriums namens Francisella tularensis, sind Feldhasen, Wildkaninchen und auch Nagetiere. Menschen und Hunde können sich ebenfalls infizieren. Erkrankte Wildtiere sind matt und teilnahmslos, sie verlieren ihre Schnelligkeit und ihre angeborene Scheu und sterben häufig an der Infektion.

Der Mensch infiziert sich vorwiegend durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit deren Ausscheidungen. Auch Stäube, Bisse, blutsaugende Insekten und unzureichend erhitztes Wildbret können zu Infektionen führen. Infektionen von Menschen und Hunden sind allerdings selten. Hauptsächlich Jäger, Metzger, Köche und Tierärzte sind gefährdet. Die Inkubationszeit beträgt drei bis 10 Tage. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeartigen Symptomen. An der Eintrittsstelle entwickelt sich häufig ein Geschwür. Im Folgenden kann die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen und geht von Lymphknotenschwellungen über Organentzündungen bis hin zum Tod. Tularämie lässt sich mit Antibiotika behandeln, die Heilungschancen sind sehr gut. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Wer einen kranken oder toten Feldhasen oder ein Wildkaninchen auffindet, sollte das Tier nicht berühren und den zuständigen Jäger informieren. Hunde sind davon fernzuhalten. Jäger sollten verdächtige Tiere nur mit Einmalhandschuhen anfassen. Verdächtige Tiere sind nicht zum Verzehr geeignet. Unabhängig davon sollte Wildbret nur vollständig durcherhitzt verzehrt werden.

Für weitere Informationen zur Erkrankung stehen das Veterinäramt (09971/78224) und das Gesundheitsamt (09971/78450) am Landratsamt Cham zur Verfügung.

Mitteilung Landratsamt des Landkreises Cham