Fronleichnam und Corona: Keine Prozessionen, aber Gottesdienste

Schwierige Zeit für barockes Brauchtum: Die sonst großen Prozessionen zu Fronleichnam fallen angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr fast alle aus. Die Katholiken begehen den Feiertag aber trotzdem – Gottesdienste finden statt. 

In bunter Pracht feiern die Katholiken in Bayern alljährlich Fronleichnam – normalerweise. Im Corona-Jahr fallen die festlichen Prozessionen an diesem Donnerstag (11. Juni) fast alle aus, in den Bistümern werden keine Heiligenfiguren durch die Straßen getragen. Ganz verzichten müssen die Gläubigen jedoch nicht, Gottesdienste finden statt.

 

Kardinal Reinhard Marx feiert ein Pontifikalamt im Münchner Liebfrauendom, zu dem jedoch nur 70 Besucher zugelassen sind. Die Messe wird im Internet übertragen. Auch in Bamberg beispielsweise können Gläubige dem Gottesdienst mit Erzbischof Ludwig Schick am Bildschirm bewohnen. In Würzburg treffen sich die Teilnehmer auf dem Residenzplatz im Freien, wo Bischof Franz Jung die Fronleichnamsmesse zelebrieren wird.

Am oberbayerischen Staffelsee findet ein Teil der Prozession traditionell auf dem Wasser statt – so auch in diesem Jahr. Die Prozession führt mit Booten von Seehausen zur Insel Wörth. Zudem ist ein Gottesdienst in der Pfarrkirche geplant.

 

Am Fronleichnamstag begeht die katholische Kirche das «Hochfest des Leibes und Blutes Christi» – und das seit dem 13. Jahrhundert. Fronleichnam findet 60 Tage nach Ostern statt. Papst Urban IV. machte den Tag 1264 zum offiziellen Fest.

Die Katholiken tragen das Allerheiligste, Christus in Gestalt einer Hostie, in einem Schaugefäß, einer Monstranz, durch die Straßen und beten um Gottes Segen. Vielerorts werden Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und mitgetragen. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1286 in Benediktbeuern statt.

 

dpa