Flüchtlinge verlassen Regensburger Dom

Die etwa 50 Flüchtlinge, die vor Tagen im Regensburger Dom Zuflucht gesucht haben, ziehen in ein Pfarrheim um. Darauf habe man sich mit den Menschen geeinigt, teilte Bistumssprecher Clemens Neck am Sonntag mit. «Die sanitären Rahmenbedingungen im Dom haben nicht gestimmt», begründete Neck den Schritt.

Bistum äußert sich:

In einer Pressemitteilung hat Jakob Schötz, Pressesprecher des Bistums Regensburg, die aktuelle Situation nochmals zusammengefasst. Dort heißt es:

„Am heutigen Morgen sind die 45 Personen, die seit Dienstag vergangener Woche den Dom besetzt haben, in ein nahegelegenes Pfarrheim am Rand der Regensburger Altstadt umgezogen. Dort stehen ihnen ein 100 m² großer Saal, ein 50 m² großer Raum, getrennte Toiletten sowie eine Küche zur Verfügung. Ein kleiner Nebenraum soll als Rückzugspunkt für ärztliche Untersuchungen dienen. Ein Schwerpunkt stellt die medizinische Versorgung der Gruppe dar, von der drei Personen nach eigenen Angaben schwerstkrank sind. Ein Arzt wird die Personen baldmöglichst medizinisch untersuchen.

Bis Mittwoch werden mobile Duschen aufgestellt. Für den großen Saal sollten nach Möglichkeit provisorische Trennwände aufgestellt werden, um den einzelnen Familien etwas Privatsphäre zu ermöglichen. Auch die Nahrungs-Versorgung muss neu organisiert werden. Die Asylsozialberaterinnen und –berater des Diözesancaritasverbandes im Bistum Regensburg werden die Gespräche mit den Flüchtlingen fortsetzen. Für die schulpflichtigen Kinder hat das Bistum Kontakt mit der Stadt Regensburg aufgenommen, um Möglichkeiten des Schulbesuchs auszuloten.

Weitere Forderungen der Gruppe – wieArbeitserlaubnis und Bleiberecht -fallen jedoch nicht in die Zuständigkeit der Kirche. Auch ein Kirchenasyl wird nicht gewährt,es gibt lediglich weiterhin eine zeitlich begrenzte Duldung durch staatliche Behörden. Wir danken der Pfarrei St. Emmeram und ihrem Pfarrer Roman Gerl sehr für diese kurzfristige Bereitschaft, das Pfarrheim für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu stellen.“


Video: Heute (11.07) ziehen die Flüchtlinge um. Sie waren seit vergangenen Dienstag im Regensburger Dom

 

Nach knapp einer Woche Zuflucht im Regensburger Dom sind die Flüchtlinge am Montag in ein Pfarrheim umgezogen. «Dort sind die Unterbringungsmöglichkeiten besser. Es gibt mehrere Räume, in denen sich die Menschen aufhalten können, und einen Innenhof zum Spielen für die Kinder», sagte Bistumssprecher Jakob Schötz. Zudem sollen in dem Pfarrheim St. Emmeram noch Trennwände und mobile Duschen aufgebaut werden. Die 45 Flüchtlinge hatte am vergangenen Dienstag Zuflucht im Regensburger Dom gesucht und für ein Bleiberecht und gegen die Einstufung einiger Balkan-Staaten als sichere Herkunftsländer demonstriert.

Der Bistumssprecher betonte, dass nach wie vor kein Kirchenasyl gewährt werde. Es handele sich um eine geduldete Präsenz. Wie lange die Situation noch dauern soll, ist unklar. «Wir entscheiden von Tag zu Tag», erläuterte Schötz. Die Kinder unter den Flüchtlingen sollen aber in den kommenden Tage wieder zur Schule gehen. Zudem ist in dem Pfarrheim ein Zimmer bereitgestellt worden, in dem die zum Teil kranken Menschen untersucht werden können.

Heute (11.07) sehen Sie mehr zum Umzug der Flüchtlinge in unserem TVA Journal um 18:00 Uhr. Sie können es auch im Livestream ansehen!

Pressemmitteilung/dpa/MF/StS