ESV Handballerinnen bereit für die neue Saison

Es ist fast fünf Monate her, als die ESV-Handballerinnen am 24. April nach einem denkwürdigen Spiel gegen den Tabellenzweiten HCD Gröbenzell und einem 27:27-Unentschieden den direkten Klassenerhalt feiern konnten. Wenige Wochen davor hatte Erfolgstrainerin Judith Pimpl die „Eisenbahnerinnen“ von ihrem Nachfolger Udo Hermannstädter übernommen und zusammen mit ihrem Team das eigentlich Unmögliche – den Ligaverbleib nach einer völlig verkorksten Hinrunde – noch möglich gemacht. Dieser Husarenstreich hatte Mannschaft und Trainerin zusammengeschweißt und deshalb war die Freude bei den ESV-Verantwortlichen groß, dass die „Wunschtrainerin“ (ESV-Abteilungsleiter Dieter Müller) sich im Anschluss bereit erklärt hatte, auch in der Saison 2016/2017 auf der Kommandobrücke zu stehen. Unterstützt wird Pimpl dabei nun neben Martina Werner auch von der neuen Co-Trainerin Sabine Ehlis.
Auch bei den Spielerinnen, die weiter in der altehrwürdigen Sporthalle an der Dechbettener Brücke dem geharzten Leder nachjagen werden, hat sich einiges getan. Ex-Nationalspielerin Sara Walzik nimmt sich eine Auszeit vom aktiven Geschehen und fungiert als Co-Trainerin bei ihrem Stammverein HC Erlangen in der Bayernliga. Freudige Umstände zwingen auch die ehemalige tschechische Jugendnationalspielerin Nikola Kubesova zur einer Pause. Nina Bestle und Sarah Stephan kehrten zum Bayernligisten TS Herzogenaurach zurück.
Doch es gibt auch Positives zu vermelden: Mit Natascha Weber (nach Auslandsaufenthalt) und Laura Ehlis (nach Verletzung) kehren zwei Rückraumspielerinnen in den Kader zurück, die in der vergangenen Saison schmerzlich vermisst wurden. Ebenfalls zurück im Kader ist Linkshänderin Mirela Negrutiu-Chirila: Die Torjägerin verpasste einen Großteil der vergangenen Saison aufgrund einer Knieverletzung. Für Routine und große Klasse stand auch Torhüterin Ines Flesch: Die ESV-Ikone erklärte zur großen Freude der Verantwortlichen kürzlich den Rücktritt vom Rücktritt und wird ihrem Verein noch einmal helfen. Mit der 19-jährigen Mariella Bertuccini wurde ein weiteres Eigengewächs in den Kader berufen. Damit stehen im 15er-Kader nicht weniger als sieben Spielerinnen, die bereits in der Jugend für Regensburg spielten – ein Beleg für die gute Arbeit im Nachwuchsbereich. Mit Katerina Kucerova stieß nach den alten Bekannten noch ein echter Neuzugang zu den Regensburgerinnen: Die Spielmacherin war zuletzt in Frankreich für den CSAV Handball Annecy aktiv und trat eine neue Stelle in Pilsen an. Kucerova bildet mit Andrea Vlachova eine Fahrgemeinschaft. Letztere, Linkshänderin und ehemalige tschechische Jugendnationalspielerin, ist neben Torhüterin Flesch, Kreisläuferin Lisa Haberkorn, der britischen Internationalen Anna Fuhrmann, Jugendnationalspielerin Franzi Peter, den Rückraumspielerinnen Lavinia Albescu und Linda Baumgardten, Linksaußen Sophia Rektorschik sowie Torhüterin Chiara Zellner und Kreisläuferin Doro Mooser bereits in der vergangenen Spielzeit im ESV-Trikot aufgelaufen. Der Kader ist somit ausgeglichen wie lange nicht besetzt, doch die Vorbereitung lief so gar nicht nach dem Geschmack Pimpls: Der Trainerin stand aufgrund von Urlaub, Job, Studium und Krankheit/Verletzung häufig nur ein Rumpfkader zur Verfügung. Deshalb musste auch die Teilnahme am Lotto-Cup kurzfristig abgesagt werden. Vier Tage vor dem Saisonstart hatte Pimpl erstmalig alle Spielerinnen zusammen. Der Saisonauftakt gegen den VfL Waiblingen am Samstag (Anwurf um 19.30 Uhr) wird also zum Kaltstart für den ESV, der hofft, dass der Heimvorteil den Ausschlag für den Sieg geben wird.