Ermittlungserfolg der Polizei: Schleierfahnder heben Crystal-Labor aus

Nach monatelangen Ermittlungen der Schleierfahnder der Polizeiinspektion Furth im Wald und Beamten des Bayerischen Landeskriminalamtes hoben diese ein, in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen, betriebenes Crystal-Labor im östlichen Landkreis aus und nahmen den Täter, einen im Landkreis wohnhaften 31-jährigen Mann, vorläufig fest.

Anfang des Jahres bezichtigte ein anonymer Hinweisgeber den Mann bei der Polizei der Herstellung von Crystal. Ermittlungen der Schleierfahnder im Nachgang ergaben, dass der Beschuldigte in kurzen regelmäßigen Abständen bei Internetapotheken größere Mengen ephedrinhaltige Arzneimittel kaufte. Ephedrin ist der Hauptwirkstoff zur Herstellung von Crystal Speed. Durch die Synthese dieser ephedrinhaltiger Erkältungsmittel mit verschiedenen chemischen Stoffen kann die gefährliche Droge hergestellt werden. Im Umfeld dieses Mannes konnten bereits zuvor durch die Fahnder zwei, ebenfalls im östlichen Landkreis beheimatete, Männer festgenommen werden, die unter Einfluss von Crystal am Steuer ihrer Autos saßen und auch Crystal dabei hatten.

Nachdem sich die Beweise für den Betrieb eines Crystal-Labors erhärteten, erließ das Amtsgericht Regensburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg einen Durchsuchungsbeschluss für das abgelegene Anwesen.

Chemiker des Bayerischen Landeskriminalamtes, Kripobeamte aus Regensburg und Kräfte der Schleierfahndung der Polizeiinspektion Furth im Wald  vollzogen den Durchsuchungsbeschluss und überraschten den am Vormittag noch auf dem Fußboden schlafenden  31-jährigen zu Hause. Der Beschuldigte gab sich kooperativ und zeigte den Beamten das im Betrieb befindliche Labor in der ehemaligen Scheune und der freistehenden Doppelgarage. Eine große Menge an Chemikalien, Geräte bzw. Utensilien zur Herstellung, aber auch bereits konsumfertiges Crystal wurde durch die Polizei sichergestellt. Der auf Crystal süchtige Mann räumte in seiner Vernehmung ein bereits seit dem Jahre 2011 selbst Crystal zu laborieren und hierbei die Herstellungsmethoden immer wieder verfeinert zu haben. Erinnerlich habe er bereits über ein 1/4 Kilo Crystal Speed hergestellt und meist selbst konsumiert bzw. auch in geringen Mengen an Bekannte abgeben.

Gegen sieben Abnehmer aus dem Bayerischen Wald wurden Verfahren wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelrecht eröffnet. Der vor Ort befindliche Chemiker des BLKA war überrascht, wie professionell der Mann mit primitiven Mitteln die Herstellung der synthetischen Droge betrieb.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg wurde der Beschuldigte nach der Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung vorübergehend auf freien Fuß gesetzt.

pm/LS